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eBooks: Selfpublishing-Anleitung – wie kann ich ein eBook selbst veröffentlichen

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Am Publikumsverlag vorbei sein Buch veröffentlichen, wird durch die Digitalisierung des Buchmarktes immer einfacher. Statt erst den Weg über einen Lektor zu gehen und dann im Zweifelsfall auch noch selbst Geld für den Druck des Buches zahlen zu müssen, stehen einerseits zahlreiche Print-On-Demand-Verlage bereit. Das spart unnötige Kosten. Noch einfacher ist aber die Veröffentlichung eines eBooks – und mit ein bisschen Talent und Glück kann man hier auch satte Gewinne einstreichen. Unsere Wegbeschreibung zum eigenen Buch – gedruckt oder in digitaler Form.


Sein erstes Buch wurde vom Publikumsverlag abgelehnt. Man sehe überhaupt kein Talent, hieß es damals von Lektorenseite. Später schrieb Patrick Süßkind das ‘Parfum’. Es ist nicht überliefert, ob der Lektor danach seinen Job behalten durfte. Sicher dürfte jedoch sein, dass jener Lektor eher durch Arroganz und Inkompetenz geglänzt hat als durch Sachverstand.

Die Möglichkeiten zum Publishing am Publikumsverlag vorbei
Warum ich diese kleine Anekdote erzähle? Um zu zeigen, dass die Macht der Verlage seit jeher problematisch war. Ein Grund dafür, dass ich die Digitalisierung des Buchmarktes begrüße, ist dementsprechend meine Hoffnung auf eine Demokratisierung desselben.

Damit jeder Autor sein Buch veröffentichen kann, stehen zwei Wege bereit: Entweder über so genannte Print-On-Demand-Verlage, die nur tatsächlich bestellte Bücher drucken und so direkt auf die Kundennachfrage auch nach speziellen Titeln reagieren können. Oder über digitales Selfpublishing, also die Möglichkeit, sein Buch als eBook an Verlagen vorbei vollkommen selbstständig zu veröffentlichen – egal wieviele Leser sich für das Thema interessieren.

Auf Print-On-Demand-Verlagen setzen aber nicht nur no-name-Autoren. So hat z.B. Markus Albers nach seinem Erfolg mit ‘Morgen komm’ ich später rein’ sein zweites Buch bei epubli, von der Holtzbrink-Verlag-Gruppe mitfinanziert, veröffentlicht. Bei epubli kann der Autor zudem selbst wählen, ob sein Buch gedruckt oder lediglich digital veröffentlicht werden soll. Etwas zahlen muss der Autor nur, wenn er eine ISB-Nummer wünscht. Die kostet im Jahr 19,95 Euro.

ePubli: Selfpublishing zum kleinen Preis und einem eigenen Buchpreis
Wer via epubli ein eBook veröffentlicht bekommt 80 Prozent des Verkaufspreises. Wenn der Verkauf über Apples iBookstore oder den Amazon Kindle eBook Store läuft immerhin noch 60 Prozent. Nun werden einige sagen: ‘Und wer sichert die Qualität. Wenn jeder sein Buch veröffentlichen kann, werden die eBook Shops früher oder später schnell zugespamt werden’. Das stimmt, der Kindle eBook Store kämpft bereits mit dem Problem, wie verschiedene Medien berichten.

Darunter leiden natürlich vor allem die ernsthaften Selfpublisher – und der Leser wegen mangelnder Qualitätskontrollen. Um die Qualität dennoch sicher zu stellen, hat epubli Lektoren an der Hand, die bei Bedarf vom Autor direkt angesprochen werden können. Das Marketing hingegen muss der Autor weitgehend selbst erledigen, in Zeiten der Social Media Plattformen aber kein unüberwindbares Problem. Seit vorgestern besteht bei epubli für das Selbstmarketing eine weitere Plattform: Der neue Buchpreis für innovative Autoren.

Dieser ist mit 20.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien (Belletristik, Sachbuch, Wissenschaft und Buchgestaltung mit je 5.000 Euro dotiert) vergeben. Wer sein Buch auf der Selfpublishing-Plattform epubli hochstellt wird bis 7. September von den Usern bewertet. Aus den Top5 in jeder Rubrik ermittelt anschließend eine Jury die vier Sieger, die auf der Frankfurter Buchmesse geehrt werden. (hier gibt Max Franke von epubli mehr Informationen zum neuen Buchpreis.)

Marktführer Bod.de bietet verschiedene Varianten zum Selfpublishing
Wenn ein Autor mehr Unterstützung vom Verlag will, ist er beim Selfpublishing Marktführer Bod.de wohl am Besten aufgehoben – muss aber auch mehr zahlen. Rund 2.000 Euro kostet das BoD Premium Paket. Inklusive ist eine individuelle Buchkonzeption, eine stilistisch-dramaturgische Bearbeitung durch das BoD-Lektorat und ein Werbetext.


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Billiger geht auch: Zwischen 39 Euro und 1299 Euro stehen verschiedene Pakete (BoD-Classic, BoD-Comfort, BoD-Profi und BoD-Individual) mit je unterschiedlichem Leistungsumfang bereit. Wer die Option BoD-Fun wählt, vor allem für Versuchsautoren geeignet, hat gar keine Kosten. Neben der Veröffentlichung als gedruckte Variante im BoD-Buchshop, besteht auch die Möglichkeit, sein Buch in anderen Buchshops unterzubringen.

Und natürlich kann es auch digital erscheinen. Für einen einmaligen Preis von 99 Euro konvertiert BoD das Buch in die gängigen eBook-Reader-Formate für alle E-Book-Reader (z.B. für Apple iPad/iPhone, Amazon Kindle, Sony Reader, Oyo, Acer LumiRead) und übernimmt den Vertrieb in verschiedenen eBook Shops. Mit dabei sind der Apple iBookstore, der Amazon Kindle Shop, Libri.de, Thalia.de, Buch.de, Buecher.de, Spiegel.de, Mediamarkt.de, Weiland.de, Mayersche.de und Pubbles.de.

Noch mehr Selfpublishing-Möglichkeiten: Die Tredition-Variante
Auch bei Tredition können Selfpublisher ihr Buch als gedruckte Variante (für 149 Euro oder für 299 Euro) oder als eBook (99 Euro). In jedem Fall ist eine ISB-Nummer sowie ein Korrektorat inbegriffen, obgleich der Autor die Fehler selbst korrigieren muss.

Zudem kann der Autor, ähnlich wie bei ePubli, den Ladenpreis selbst bestimmen und im Autoren-Netzwerk freie Lektoren, Illustratoren und Übersetzer finden und engagieren. Vor der Veröffentlichung eines eBooks muss es als pdf-Datei an Tredition geschickt werden. Anschließend wird es in die gängigen sechs Dateitypen (epub, pdb, mobi, azw, lrf, prc) konvertiert und ist damit auf jedem eBook Reader lesbar.

Auch die Verfügbarkeit kann sich sehen lassen: Das eBook wird in rund 200 eBook-Shops veröffentlicht, darunter der Apple iBookstore, der Amazon Kindle eBook Shop, bei Libri.de, bei Thalia, bei Beam eBooks, txtr.com, weltbild.de, ciando.de u.v.m. Als Provision erhält der Autor pro verkauftes Buch 25 Prozent des Nettoverkaufpreises.

Die Verdienstmöglichkeiten für digitale Selfpublisher direkt bei Amazon
Die Verdienstmöglichkeiten für Selfpublisher sind hoch – wenn das Thema passt und publikumswirksam ist. So gezeigt von Armanda Hocking, der ersten Kindle-eBook-Millionärin. Auch ihre Vampirromane wollte kein Publikumsverlag drucken. So ging sie alleine über den Kindle-Shop, verlangte pro Buch nur wenige Euro – und ist heute Millionärin.

Ohnehin kaufen Paidcontent.org zufolge 25 Prozent der eBook-Leser ihr digitales Buch der Wahl direkt beim Autor. Über die Kindle Direct Publishing Plattform kann jeder kostenlos sein Buch online stellen, das anschließend im Kindle eBook Store digital für den Kindle zur Verfügung steht. Natürlich kann dasselbe via Kindle-App auch auf dem PC, Mac, Blackberry, Android-Handy oder iPad gekauft und gelesen werden.

Der Autor bekommt 70 Prozent des Verkaufspreises, den er selbst festlegen kann. Amazon streicht die restlichen 30 Prozent ein plus eine einmalige Abgabe für die Veröffentlichung im Amazon eBook Store und vorhergehende Konvertierung in das hauseigene eBook-Format. Die Abgabe richtet sich nach der Größe der eBook-Datei, in D kostet ein eBook mit 1GB 12 Cent. (Hier geht’s zur genauen KDP-Preis-Übersicht).

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Das alles heißt aber nicht, dass jeder Autor auch erfolgreich und sein selbst veröffentlichtes Buch gleich ein Bestseller sein wird – beim Marketing (hier gibt’s Tipps für Kindle-Selfpublisher), den Verkaufszahlen, dem Verdienst usw. Zudem müssen Selfpublisher vieles beachten, was Autoren, die bei einem Verlag unter Vertrag stehen, nicht müssen. So gelten sie z.B. als Verleger, deren gedruckte Bücher und eBooks in Deutschland deswegen auch dem Buchpreisbindungsgesetz unterliegen.

Also erstmal umfangreich informieren bevor man das selbstgeschriebene Buch auch selbst publiziert. Dazu haben wir Ihnen hier weitere Seiten, die Tipps zum Selfpublishing geben, zusammengestellt: selfpublishing.com, netzwelt.de, literaturcafe.de, epublizisten.de.


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4 Kommentare

  1. Emily Bold sagt:

    Hallo! Amazons KDP ist klasse, habe dort selbst zwei eBooks publiziert. Allerdings fehlt mir Smashwords in der Übersicht; Smashwords bietet deutlich mehr Funktionen für den Autor bereit (speziell im Bereich Marketing und Werbung) & verbreitet die Publikationen u.a. in Apples iBookstore – ohne dafür Hunderte von Euros zu nehmen. Der Nachteil von BOD, Epubli und Tredition liegt klar auf der Hand – die Kosten für den Autor – denn ob man sein Werk dann nach Veröffentlichung tatsächlich verkaufen kann, steht meistens in den Sternen …

  2. Ben80 sagt:

    Mir gefällt eleboo auch sehr gut. Hier gibt es zusätzlich eine Community mit Forum, Blog und Hilfestellungen für angehende Autoren. Und man wird sehr nett behandelt.

  3. Sandra Tot sagt:

    Eine schöne Übersicht der meisten Großen. Ich habe kürzlich http://www.antholo.de entdeckt, hier ist das Einstellen komplett kostenlos und man hat eher eine Chance, etwas zu verkaufen, als vielleicht bei Amazon zwischen 20 000 Büchern.

  4. Bei BoD ist die E-Book-Veröffentlichung inzwischen kostenlos im Paket für die Veröffentlichung eines Print-Buches (39 Euro) enthalten http://www.bod.de/eBooks.html

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