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eReader-Neuheiten: Kindle 3, Pearl eLyricon-Reihe, neue Sony eReader und das WeTab im Media Markt – nur Plastic Logic macht schlapp

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Der Pearl tft.500 kann mehr als nur eBooks anzeigen (Foto: Pearl)

Von Sommerloch kann auf dem eBook Reader Markt keine Rede sein. Stattdessen hat sich seit Anfang August vieles getan. Amazon brachte den Kindle 3 raus, die Pearl eLyricon eReader sind verfügbar, Sony dürfte bald Updates ihrer eReader PRS 300 und PRS 600 Touch auf den Markt bringen. Wohl nicht nur wegen der neuen eReader auf dem Markt beendet Plastic Logic unterdessen die Produktion des proReader Que. Schließlich stehen für Business-Anwender mittlerweile Tablet-PCs bereit. Auch hier gibt es eine Neuigkeit. Das deutsche iPad-Pendant, das WeTab, hat einen namhaften Vertriebspartner an Land gezogen und ist ab September im Media Markt erhältlich.


Während in anderen Branchen der August zumeist eher ruhig verläuft, lassen sich die eReader- und Tablet-Hersteller nicht lumpen. Anfang September findet in Berlin die Internationale Funkausstellung statt, bis dahin wollen sich die Elektrohersteller natürlich in Position bringen. Auch wenn bislang lediglich PocketBook angekündigt hat, neue eReader auf der IFA zu zeigen, hat sich im August viel getan. Ein Überblick

Amazon will Vormachtstellung behalten

Der Kindle 3 hat auch eine WLAN-Schnittstelle (Foto: Amazon)

Zuletzt war Amazon vor allem durch Barnes&Noble immer mehr unter Druck geraten. Der Nook krazte in den USA am Topseller-Status des Kindle. Nach der Preissenkung des Nook und der Veröffentlichung einer WiFi-only-version geriet Amazon immer mehr unter Zugzwang. Zunächst verbilligte auch Amazon seinen eBook Reader, Anfang August legte der Versandriese dann auch auf der Hardwareseite nach – und veröffentlichte den Kindle 3. Für 189 US-Dollar hat der Kindle 3 neben der bekannten UMTS-Schnittstelle nun auch ein WLAN-Modul an Bord. Über 50 US-Dollar günstiger ist das WiFi-only-Modell.

Auch an den äußeren Maßen hat Amazon geschraubt, der Kindle 3 ist kleiner und wiegt nur noch knapp 250g. Zudem ist der Kindle 3 mit der neuesten eInk-Display-Generation ausgestattet, die einen um 50% besseren Kontrast ermöglichen soll. Weiterhin hat der Kindle 3 keinen Touchscreen, Notizen und Anmerkungen sind über die QWERTY-Tastatur unterhalb des Bildschirms schreibbar. Die Funktionsvielfalt der Amazon eBook Reader ist hingegen ebenfalls erweitert worden, seit kurzem stehen im Kindle Store erste Spiele zum Download zur Verfügung. Als Antwort auf das iPad und den Apple App Store hatte Amazon bereits im Winter die Entwicklung eines eigenen App Stores für den Kindle angekündigt.

Auch Pearl will was vom eLesekuchen abhaben

Der Pearl eLyricon 600.eInk mit Tastatur (Foto: Pearl)

Auch Pearl will etwas vom eBook Reader Kuchen abhaben und hat zwei eLyricon eReader auf den Markt gebracht. Der eLyricon 500.tft liegt bereits in unserer Redaktion, in den kommenden Tagen wird ein umfassender Erfahrungsbericht dazu veröffentlicht werden. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder, dem eLyricon 600.eInk hat der 500.tft nicht nur ein kleineres Display, sondern kann auch Farbe und Bewegtbilder darstellen – weil Pearl auf einen herkömmliches LC-Display setzt.

So darf man vor allem auf das Lesegefühl mit dem eLyricon 500.tft gespannt sein, der eigentlich nicht nur zum eLesen, sondern auch zum Videos anschauen geeignet sein soll. Pearl bricht zudem mit seinen beiden eLesegeräten den aktuellen Niedrigpreis im eReader-Markt. Der sechs Zoll große eLyricon 600.eInk mit Tastatur kostet 169,90 Euro, das mit einem fünf Zoll großen Display etwas kleinere eLyricon 500.tft-Modell kostet 99,90 Euro – und ist aktuell damit der günstigste eReader auf dem Markt.

Und was macht Sony: Update zu PRS 600 und PRS 300 wohl geplant

Der Sony eBook Reader PRS 300 bekommt wohl einen Touchscreen (Foto: Sony)

In Deutschland war bislang Sony der Topseller. Auch wegen der Vertriebspartnerschaften mit Libri und Thalia. Vor allem der Mini-eReader Sony PRS 300 mit einem 5 Zoll großen Display, aber ohne besondere Features, wie ein Touchscreen oder eine Drahtlosschnittstelle, verkauft sich aktuell recht gut. Doch nach der Preissenkung des Kindle, der Neueinführung der Pearl eReader und zuvor der Hanvon WISEreader sowie der PocketBook-Ankündigung, Anfang September auf der IFA neue eBook Reader vorzustellen, gibt es preisgünstige und technisch sehr gut ausgestattete Alternativen zum größeren Sony-Modell, dem PRS 600 Touch.

So sollen zwei vor allem auf der Hardwarseite aufgerüstete Nachoflgemodelle zum PRS 300 und zum PRS 600 auf den Markt kommen, berichtet Sonyinsider. Besonders kreativ ist Sony bei der Namensgebung nicht, die neuen heißen wohl schlicht PRS 350 und PRS 650. Der fünf Zoller soll ein Touchscreen erhalten – wobei zu hoffen ist, dass Sony technisch hier etwas Besseres abliefert als beim PRS 600, dessen Display auch als Spiegel durchgeht (hier gehts zum Erfahrungsbericht mit dem Sony PRS 600 Touch). Der PRS 650 soll eine Drahtlos-Modem an Bord haben, eine WLAN-Konnektivität gilt als sicher und auch ein 3G-Anschluss liegt im Bereich des Möglichen. Allerdings müssen sich die Kunden wohl noch bis in den Herbst oder gar die Vorweihnachtszeit gedulden, bis die neuen Sony eReader erhältlich sein werden.

Plastic Logic gibt auf – vorerst

Der Plastic Logic proReader Que wird wohl nie veröffentlicht (Foto: Plastic Logic)

Gedulden mussten sich auch alle Plastic Logic proReader Que-Interessenten. Eigentlich hätte der Que schon längst veröffentlicht werden sollen, doch nach der mehrmaligen Verzögerung des Verkaufsstartes hat das englisch-britische Unternehmen mit Produktionsstätte in Dresden das projekt Que nun begraben. In einer Pressemitteilung heißt es, der Markt habe sich seit der ersten Ankündigung des Que auf der CES 2010 so rasant verändert, dass Plastic Logic nun ein neues eLesegreät entwickele statt den Que zu veröffentlichen. Zweimal musste Plastic Logic den Verkaufsstart des Que verschieben, im Gespräch mit uns wurden aber noch vor kurzem die Probleme klein geredet.

Zwar hieß es von Firmenseite schon damals, dass sich der eReader-Markt rasant gewandelt habe, aber dass der Que auf den Markt kommen werde, daran ließ die Pressestellle von Plastic Logic keinen Zweifel aufkommen. Nun ist es doch anders gekommen als mitgeteilt, obwohl Plastic Logic mit ihrer biegbaren Display-Technologie eigentlich einen Entwicklungsvorsprung für sich in Anspruch genommen hatte. Was mit den 180 Mitarbeitern in Dresden geschieht und ob wirklich ein “neuer Que” jemals das Licht der eLeswelt erblickt, ist bislang unklar. Einem Bericht der Financial Times zufolge habe die staatliche russische Holding Rusnano Interesse an einer Übernahme des Unternehmens.

WePad bleibt am Ball – und findet im Media Markt einen starken Kooperationspartner

Das WeTab: iPad-Konkurrenz aus Berlin (Foto: Neofonie)

Anders als Plastic Logic hat Neofonie mit dem WeTab scheinbar von Beginn an den richtigen Entwicklungszug genommen. Wie der reine proReader Que ebenfalls vorwiegend für Business-Kunden gemacht, soll das WeTab die Schwächen des iPad ausnutzen und besonders offen für Content und Anwendungen sein. So wird das WeTab – anders als das iPad – Flash-basierende Videos darstellen können (ca. 75% aller Videos im Internet sind Flash-Videos), mit Adobe Air kompatibel und multitasking-fähig sein.

Auch auf der Hardwareseite punktet das WeTab im Vergleich zum iPad und bietet eine WebCam, USB-Schnittstellen, einen Kartenleser sowie ein integriertes Mikrofon. Bei Anwendungen will Neofonie ebenfalls nicht hinten anstehen. So stehen im WeTab Meta-Store für das auf Linux basierende Tablet Apps aus verschiedenen Stores zur Verfügung (inkl. Google Marketplace mit Android Apps). Media Markt bietet beide WeTab-Modelle ab September, dem offiziellen Verkaufsstart, einer Pressemitteilung zufolge an. Das WeTab mit 16 GB Speicher und WLAN kommt zu einem Basispreis von 449 Euro in die Märkte. Das WeTab 3G wird für 569 Euro angeboten, hat 32 GB Speicher, zeigt Videos in HD und kann, wie der Name schon sagt, neben WLAN auch über 3G mit der Welt kommunizieren.

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