Am kommenden Freitag öffnet die IFA ihre Pforten. Zu sehen gibt es dort neben allerlei Verbrauchertechnik auch mehrere eReader. PocketBook bringt vier neue eBook Reader und ein Tablet auf den Markt. So steigt die Konkurrenz weiter. Auch Acer zeigt den LumiRead eReader auf der IFA 2010, in den Handel kommt der eBook Reader im Oktober. iRiver veröffentlicht ebenfalls einen eBook Reader, den iRiver Cover Story. Ein Überblick über die eReader-Neuheiten auf der IFA 2010.
PocketBook machte bereits letzte Woche auf ihre vier neuen eBook Reader und das neue Tablet aufmerksam. Kurz darauf folgte Acer. Der LumiRead wird dort ebenfalls dem breiten Publikum präsentiert, nachdem auf der Computex in Taiwan schon die Fachpresse einen Blick auf den neuen Acer eBook Reader werfen konnte. Im Gegensatz zur nächsten zur IFA 2010 angekündigten eBook Reader Neuheit, dem iRiver Cover Story, bietet Acer gleich zwei Alleinstellungsmerkmale.
Die Spezifikationen zum Acer Lumi Read auf einen Blick
Scheinbar ist der Amazon Kindle das Maß aller Dinge für Acer. denn irgendwie erinnert der Acer Lumi Read stark an den US-Bestseller. Unter dem 6 Zoll großen eInk-Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 600 Bildpunkten liegt eine QWERTY-Tastatur, wie der Kindle 3 verfügt der LumiRead über WLAN und eine 3G-Schnittstelle. Bei den Maßen will Acer Amazon wohl noch unterbieten, Netzwelt.de zufolge sei der LumiRead “nur wenige Millimeter dick” und wiege nur “eine Handvoll Gramm”.
Acer setzt dabei auch auf ein umfangreiches eContent-Angebot. Mit dem Acer eBook Shop kann der LumiRead kostenlos verbunden werden, anschließend soll der User Zugriff auf einen der größten deutschsprachigen Online-Shops für eBooks haben. Dazu hat Acer u.a. eine Partnerschaft mit Libri.de an Land gezogen. Auch englischsprachige eBooks werden im Acer eBook Shop Sortiment verfügbar sein, dafür sorgt u.a. eine Kooperation mit Barnes&Noble. Für rund 1.500 eBooks steht ein 2GB großer und erweiterbarer interner Speicher zur Verfügung.
Neben einem Browser bietet der Acer LumiRead zwei einmalige Funktionalistäten. Mit dem integrierten ISBN-Scanner kann nach der günstigsten eBook-Variante eines herkömmlichen haptischen Buches gesucht werden. Zudem unterstützt der LumiRead den DLNA-Standard. Der Acer eBook Reader kann damit eContent, wie eBooks und Audio Bücher mit anderen Geräten im Heimnetzwerk teilen, darunter Acer Notebooks, Desktop-PCs und Smartphones. Das setzt allerdings die Software clear.fi voraus, die als Gateway funktioniert und in Acers Revo-Produktfamilie integriert ist. Der Acer LumiRead wird wohl ab Oktober zu kaufen sein, soll aber mehr als der Kindle 3 WIFI+3G (189 US-Dollar) kosten.
Auch iRiver bringt einen neuen eReader im Herbst auf den Markt
Wer sich auf der internationalen Internetseite von iRiver in den vergangenen Tagen herumgetrieben hat, ist schnell auf den neuen eBook Reader des koreanischen Unternehmens aufmerksam geworden. Hier verlässt iRiver jedoch den mit dem aktuellen Modell, dem iRiver Story, begangenen Amazon-Weg. So ist die QWERTY-Tastatur des iRiver Story beim Nachfolgemodell zugunsten eines Touchscreens wegrationalisiert worden, auf dem Eingaben mit den Fingern oder per Stylus möglich sind.
Notizen können in Zukunft auch handschriftlich auf dem iRiver Story Cover verfasst werden. Die beiden auf den Markt kommenden Modelle unterscheiden sich nur in ihrer Konnektivität, der eine ist mit WLAN, der andere ohne ausgestattet. Der Vorteil des WLAN-Modells: Drahtlos können eBooks über den integrierten eBook Shop eingekauft werden, zudem steht ein eMail-Client bereit. Ein Browser ist zunächst nicht installiert, dürfte iRiver zufolge aber mit einem Software-Update nachgeliefert werden. Sonst bietet der iRiver Story Cover auf der Hardwareseite nicht viel Neues, lediglich der Lagesensor bringt ein bisschen Bewegung auf den 6 Zoll großen eInk-Bildschirm.
Sowohl bei der Dateikompatbilität als auch bei der Einsetzbarkeit gibt sich iRiver vielseitig. So können neben ePub- und pdf-Dateien (auch Adobe DRM-geschützte) mit dem integrierten Office-Viewer die gängigen Microsoft-Dateien angezeigt werden. Auch für Comics eignet sich der iRiver Story Cover dank des integrierten Comic Viewers. Wie die allermeisten anderen eReader ist der iRiver Story Cover auch als Musikplayer einsetzbar, eine Besonderheit ist darüber hinaus die Diktierfunktion (als MP3-Format). Zudem kündigt iRiver eine Software zum Download von Zeitungen an, wie die Funktion bzw. das Abo-Modell genau aussehen wird, lassen die Koreaner aber noch offen.
Was sonst noch auf die IFA 2010 kommt
Mit dem drahtlosen und wohl kostenlosen Internetzugang via WLAN und 3G will Acer punkten. Die anderen Neuentwicklungen, wie den ISBN-Scanner oder die DLNA-Unterstützung halte ich jedoch für Spielerei. Interessant dürfte der Acer eBook Shop werden – wenn er tatsächlich eines der größten deutschsprachigen Angebote bereithält. Fraglich ist nur ob ein Preis an die 250€ tatsächlich angemessen ist, auch wenn der einzige aktuell verfügbare eReader mit WLAN+3G, der Kindle 3, trotz Mini-Preis (unter 200 US-Dollar) kaum mit deutschem Content befüllbar ist (keine ePub-Kompatibilität und keine Adobe DRM-Unterstützung) und damit für hiesige Kunden kaum eine Alternative darstellt.
Dem iRiver Story Cover hingegen fehlt das 3G-Modul. Dafür unterscheidet ihn von anderen Modellen mit ähnlicher Funktionalität (Touchscreen, Handschrifterkennung, Diktierfunktion) die wählbare WLAN-Konnektivität. Sollte dieses Modell günstiger sein als beispielsweise der Hanvon WISEreader N518 oder der Sony PRS 600 Touch könnte sich iRiver bei reinen eLesekunden durchsetzen. Beide eReader wird es wohl auch bei größeren Buchhandelsketten geben. Hugendubel ist hierbei aussichtsreichster Kandidat. Das Unternehmen hatte bereits den iRiver Story zeitweise in ihrem Sortiment.
Abzuwarten sind ebenfalls die eBook Reader Neuheiten von Medion sowie von Archos, zu denen bislang noch keine weiteren Details bekannt sind. Dafür sind bereits die Produktspezifikationen der neuen PocketBooks publik. Sony dürfte an ihren eLesegeräten PRS 300 und PRS 600 immerhin Updates vornehmen, so dass die Entwicklungskluft zu Marktführer Amazon und den vielen neuen eReadern nicht allzu groß wird.
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