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eReader: Kindle 3 im Test – Erfahrungsberichte zum neuen Amazon eBook Reader im Internet

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Kindle 3: evolutionär statt revolutionär (Foto: Amazon)

Mitte August rückte Amazon mit dem Kindle 3 raus. Der vor allem auf der Hardwareseite verbesserte Amazon eBook Reader hat hierzulande die meisten Käufer noch gar nicht erreicht, weil es so viele Bestellungen gibt, dass Amazon mit der Auslieferung nicht hinterherkommt. Erste englischsprachige Testberichte zeigen, dass der Kindle 3 im Vergleich zum Vormodell leistungsstärker ist und geben eine klare Kaufempfehlung. Aber gilt das auch für deutsche Kunden? Ein Überblick über die ersten Kindle 3-Testberichte im Internet



In unserem eigenen zweiteiligen Erfahrungsbericht zum Kindle 2 bemängelten wir vor allem das eContent-Problem des Amazon eBook Reader für deutsche Kunden. Er kann keine ePub-Dateien darstellen (schon gar keine Adobe DRM-geschützten) und auch DRM-geschützte mobi-Dateien machen dem Kindle 2 Probleme. Erst nach dem Senden der Datei an Amazon und der folgenden Konvertierung in das Amazon-eigene azw-Format sind die Dateien lesbar. Zudem ist die Auswahl an deutschen eBooks im Amazon eBook Store nicht gerade groß.

Amazon legt mit Kindle 3 nach
Insgesamt stehen immerhin 600.000 eBooks zum Download zur Verfügung, wer also gerne englischsprachige Bücher liest, ist bei Amazon auch wegen des Drahtlos-Shop-Zugangs (kostenlos auch aus deutschland) gut aufgehoben. Die Internet-Zusatzfunktionen des Kindle 2 konnte uns in unserem Test nicht richtig überzeugen. Der Browser war langsam, die Seiten öffneten sich nicht im vom PC-gewohnten Format und ohne Bilder (text-only-Anzeige).

Amazon hat mittlerweile nachgelegt, den Kindle 3 gibt es, wie schon den Nook, entweder mit 3G-Modul und WLAN oder als WLAN-Version. Auch äußerlich hat sich der Kindle 3 verändert und kommt kleiner und leichter daher. Das Display ist kontrastreicher und glänzt mit schnelleren Ladezeiten. Das hat auch den Browser und damit die Surffunktion aufgewertet, wie folgendes Testvideo zeigt:

Die ersten Tests zum Kindle 3
Die meisten amerikanischen Tester geben eine eindeutige Kaufempfehlung für den Kindle 3. Wired gibt der Kindle Latest Edition 9 von 10 möglichen Punkten. Den einen Punkt zur absoluten Topwertung verpasste Amazon wegen des Fehlens eines Touchscreens und der gewöhnungsbedürftigen Navigation mit dem neuen Vier-Wege-Steuerkreuz. Zudem sei der Kindle Zeitungskiosk, in dem es auch einige deutschsprachige Zeitungen gibt, weiterhin zu unübersichtlich.

PC Magazine bewertete den Kindle 3 mit 4 von 5 Punkten Der Kindle bleibe das beste Lesegerät auf dem Markt, lautet das Fazit. Dass der Kindle 3 weiterhin keine ePub-Dateien anzeigen kann, wurde hier negativ angerechnet, obwohl das hauptsächlich ein deutsches Problem ist. Wie schon erwähnt, im Kindle eBook Store stehen ca. 600.000 eBooks im proprietärem azw-Format zur Verfügung, so dass die Auswahl an Büchern in englischer Sprache groß genug ist. Wer jedoch hierzulande unbegrenzt eBooks zur Auswahl haben will, muss den Umweg über andere eBook Shops nehmen – und anschließend die Dateien von Amazon konvertieren lassen. Und das DRM-Problem mit Adobe und mobi-Dateien hat Amazon auch weiterhin nicht gelöst.

Die Verbesserungen auf einen Blick
Cnet bemerkt zunächst, dass sich der Kunde darüber im klaren sein soll, dass der Kindle 3 mehr eine “evolutionäre als eine revolutionäre” Verbesserung bedeutet. Gemeint ist damit, dass zwar viel an der Hülle und auch den Funktionen geändert wurde, aber ein Entwicklungssprung, beispielsweise hin zu einem augenschonenden Farbdisplay oder Zusatzfunktionen zum Arbeiten, habe nicht stattgefunden. Insgesamt kommt Cnet in ihrem ausführlichen Kindle Review zum Ergebnis, dass der “Kindle der iPod des eBook Reader Marktes” sei.

Obwohl der Kindle auch weiterhin keinen Steckplatz für eine externe Speicherkarte bietet, sich an der Dateikompatibilität nichts geändert hat und der Kindle 3 trotz WebKit-Browser und App Store lange nicht so unterhaltsam wie das iPad ist, fällt das Fazit der ersten Tester durch die Bank sehr gut aus. Das liegt vor allem an dem leichteren Gewicht (240g), dem kleineren äußeren Maßen (-27% im Vergleich zum Kindle 2), dem erweiterten Speicher, dem schnelleren WLAN-Modul, dem kontrastreicheren Display (+50 %), sowie der längeren Akkulaufzeit (bis zu einem Monat). (Hierzu folgende Testberichte sowie das Video: ZDNet, Techradar, PCWorld, iReaderreview, und die britischen Telegraph und PC Advisor)

Noch bevor der Kindle 3 auf den Markt kam, veröffentlichte Amazon den neuen Kindle DX Graphite. Die ersten Tests des Kindle DX haben schon gezeigt, dass Amazon mit dem neuen Pearl eInk Device und einem schlankeren Äußeren punkten kann (zum Engadget-Kindle DX-Testbericht). Dies ist Amazon den Testern zufolge auch mit dem Kindle 3 gelungen, der aber weiterhin vor allem für den englischsprachigen Raum hergestellt ist.

Auf Ebookreader-Vergleich.de finden Sie unseren Amazon Kindle 3 Testbericht. Bestellen kann man den Amazon Kindle 3 im amerikanischen Online-Shop von Amazon – der Versand erfolgt auch nach Deutschland: Der Amazon Kindle 3 kostet bei Amazon.com 189 Dollar, der Amazon Kindle DX kostet bei Amazon.com 379 Dollar.


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2 Kommentare

  1. Jochen sagt:

    Der Artikel ist ja schon fast 1 Jahr alt, aber ich muß trotzdem noch meinen Senf dazu geben.

    Also ich sehe es schon negativ, daß der Kindle 3 kein epub unterstüzt. Mit dem azw Format hat Amazon was eigenes gebastelt (obwohl es ja eigentlich auf Mobi basiert). Nicht jeder andere Reader unterstützt das. Wenn man sich dann massig mit azw-ebooks eindeckt, bindet man sich so automatisch an Amazon.

    Wenn ich nur mal vergleiche: sogar Apple ist bei mp3 geblieben, und hat kein eigenes Format erstellt. Nach einiger Zeit fingen sie an auf DRM zu verzichten, und die Verkaufszahlen bei iTunes stieg sogar.

  2. cai sagt:

    Lieber Jochen,

    Aktuell gibt es die Diskussion, ob Amazon sich dem ePub-Format öffnet. Hier der Link zu dem entsprechenden Artikel von uns: http://blog.ebookreader-vergleich.de/2011/05/ereader-kindle-offne-dich-fur-epub-dateien-und-ebook-leihe/

    Solang das nicht der Fall ist, hast du natürlich Recht, auch wenn man sagen muss, dass die Amazon eBooks dank zahlreicher Apps sowohl auf PCs, Macs, Android-Handys und -Tablets sowie dem iPad und anderen Apple-Devices lesbar sind.

    So vielseitig lesbar sind eBooks aus dem iBookstore von Apple hingegen nicht.

    cai

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