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Im Test: Erfahrungen mit dem Amazon eBook Reader Kindle (I.) – Update 2.5.3. bringt pdf-Zoom und Internet

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Der USB-Stromadaper zeigt, dass der Kindle ganz für den US-Markt geschaffen ist (Foto: Dontos)

Im Zuge der iPad-Einführung und nach der Nook-Preissenkung steht Amazon immer mehr unter Druck. Zwar senkte Amazon zuletzt den Preis des Kindle auf 189 US-Dollar, veröffentlichte das Software-Update 2.5.3., das eine komfortable pdf-Anzeige und Internet-Anwendungen auf den Kindle brachte, und arbeitet an einem eigenen Kindle App Store – doch was nutzt das alles deutschen eLeseratten, die zumeist nur auf englischsprachige Literatur im Kindle Store zugreifen können? Mein Kindle-Test unter den erschwerten deutschen Content-Bedingungen.



Die Neuerungen der Kindle Software-Version 2.5.3. (Foto: Dontos)

Das Kindle Software-Update 2.5.3.: Surfen auch in Deutschland möglich
Neben einem pdf-Zoom machte das Kindle Firmware Update 2.5.3 nach Amazon-Angaben auch erste Web2.0-Anwendungen auf dem Kindle möglich machen. So sollten auf Twitter und Facebook die selbst markierten Passagen in eBooks veröffentlicht werden können sowie auf die meistmarkierten Stellen zugegriffen werden können. Wir haben Amazon nach der Veröffentlichung des Update gebeten, uns einen Test-Kindle zuzuschicken, einerseits um die neuen Funktionen zu testen, andererseits um zu sehen, ob Amazon mittlerweile an der mageren deutschsprachigen Content-Front gearbeitet hat.

Trotz verbundenem 3G-Modul erscheint beim Versuch, wichtige Passagen online zu posten, folgender Text: “We are currently unable to offer the sharing feature to customers’s in Germany”. Das heißt, solange Amazon keinen hiesigen UMTS-Kooperationspartner gefunden hat, bleiben die neuen Web2.0-Anwendungen unmöglich. Wer surfen will, kann dies auf dem Kindle hingegen tun, auch ohne externe UMTS-SIM-Karte – und damit kostenlos.

Via Google steht auf dem Kindle das ganze Internet zur Verfügung (Foto: Dontos)

Einfach den Mini-Browser anwählen und beispielsweise Google.de eingeben, schon wird der Kindle zum drahtlosen Tor zur Welt. Vor allem textlastige Internetseiten lassen sich – wenn man die relativ langen Ladezeiten in Kauf nimmt – auf dem dedizierten eBook Reader gut lesen. Bilder, Grafiken und Videos sind hingegen nicht darstellbar und auch auf das vom PC bekannte Seiten-Layout muss man verzichten. So hält sich der Spaßfaktor beim Kindle-Surfen in Grenzen. Der Kindle Store kann ebenfalls angesurft werden – um digital und drahtlos eContent zu shoppen. Dort stehen neben digitalen Büchern auch Zeitungen und Magazine direkt zum Download zur Verfügung.

Kindle ein reines US-Gerät?
Leider sind die wenigsten in deutscher Sprache. Unter den 118 verfügbaren Zeitungen sind lediglich zwei deutschsprachige dabei, nämlich die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Handelsblatt. Beide kosten im Monatsabo aktuell 27,99 US-Dollar, für den Einzelkauf werden 2,25 US-Dollar fällig (beides inklusive der internationalen Wireless-Zustellung). Als einziges Magazin ist aktuell die WirtschaftsWoche Kindle-bereit, die Auswahl an deutschen eBooks ist nicht viel größer.

Im Amazon Kindle Store stehen eBook, ePaper zum Download bereit (Foto: Dontos)

Und noch ein deutscher Nachteil: Die Zeitungen und Magazine werden international nur ohne Bilder und Grafiken ausgeliefert. Generell sollte man beim eBook Kauf via Kindle eBook Store und beim sonstigen Surfen Geduld mitbringen, weil die ohnehin recht lahme eInk-Reaktionszeit durch den Zugriff aufs Whispernet (das Amazon Netz via 3G-Modul) verzögert bzw. recht langsam reagiert.

Ja, der Kindle kann auch sprechen – zumindest wenn der eBook-Anbieter diese Funktion erlaubt hat. Mit der text-to-speech-Funktion, die auch der iRiver Story bietet, kann der digitale Content auch vertont wiedergegeben werden, entweder mit weiblicher oder männlicher Stimme. Auch hier haben englischsprachige User einen Vorteil, denn der englische Akzent des Vorlesers macht die Vertonung von eigenen deutschen Texten unverstehbar.

Die neue pdf-Zoomfunktion des Kindle (Foto: Dontos)

PDF-Dateien auf dem Kindle endlich auch mit Zoom
Eines der größten Mankos des Kindle: Der Amazon eBook Reader liest keine ePub-Dateien und kann auch keine Adobe-DRM-geschützten eBooks anzeigen. Immerhin auf den pdf-Zug ist Amazon mittlerweile aufgesprungen – und auch doc und txt-Dateien sind darstellbar. Nachdem Amazon seinen eBook Reader mit dem Update 2.3. mit einem Adobe-Reader ausgestattet hat, steht mit dem neuen Software-Update 2.5.3. nun auch ein pdf-Zoom für den Kindle zur Verfügung.

Anzeige

Bislang waren pdf-Dateien nur in einem Layout zu betrachten, so dass vor allem kleine Details und Grafiken nicht leserlich waren. Wer nun eine pdf-Datei liest, muss einfach auf die Kurzwahltaste “Aa” drücken (rechts der Leertaste), um die Zoomfunktion zu ermöglichen. Anschließend kann entweder die Lage des Bildes geändert werden oder die Anzeige in Prozent vergrößert werden.

In Amazon-eBook-Dateien kann die Schriftgröße angepasst werden (Foto: Dontos)

Leider ist keine stufenlose Vergrößerung möglich, sondern lediglich in Stufen (150%, 200% und 300%). Eine direkte Anpassung der Schriftgröße, wie es in Amazon-Dateien möglich ist, steht damit nicht zur Verfügung. Nach der Wahl der Vergrößerungsstufe erscheint ein Auswahlfenster, das den maximal vergrößerbaren Bildausschnitt zeigt. Für Grafiken und Schaubilder sowie für Details in Zeichnungen ist der Zoom damit gut geeignet. Weiterhin fehlt die Möglichkeit, Notizen, Anmerkungen oder Unterstreichungen in pdf-Dateien anzubringen.

Mein Test-Fazit zum Amazon Kindle: Wirklich empfehlenswert ist anders
Die Einschränkungen bei der Kindle-Nutzung in Deutschland sind immer noch riesig. Der meiste Content steht nur in englischer Sprache zur Verfügung, aber der Kauf derselben funktioniert auch hierzulande drahtlos via UMTS-Netz. Und auch erste Surffunktionen sind auf dem Kindle möglich. Auch bei der Dateikompatibilität hat Amazon aufgeholt, pdf-Dateien inkl. Grafiken und Bilder lassen sich dank der guten Zoomfunktion ebenso wie doc-Dateien lesbar und komfortabel darstellen.

Gut ausgestattete Alternativen zum Amazon Kindle gibt es hierzulande bereits, obwohl die Hanvon eBook Reader N518 und N526 und der Sony PRS 600 Touch (ohne drahtlos-Schnittstelle, dafür mit Touchscreen und Handschrifterkennung) sowie die darüber hinaus auch noch mit WLAN ausgestatteten Onyx Boox 60 und Pocketbook 302 allesamt teurer sind als der Kindle.

Aber ob man die hiesigen Einschränkungen für den Kindle-Gebrauch in Kauf nimmt und wartet bis Amazon endlich mehr deutschen Content anbietet, oder zu einem anderen eBook Reader greift, ist abhängig vom individuellen eLesebedürfnis.

Lesen Sie im Kindle-Test (2), wie die Dateiverwaltung und -ansicht auf dem Kindle ist.

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4 Kommentare

  1. InternetUser1 sagt:

    Hab ich das richtig verstanden? Ich kann mit dem Kindle umsonst in Deutschland im Internet surfen?

  2. cai sagt:

    Hallo User1,

    Ja, das heißt es. Aber es ist nicht sonderlich komfortabel und dass beim Twittern und Facebook-Posting Amazon schreibt, dass es deutschen usern eigentlich nicht zur Verfügung steht, zeigt auch, dass das Web 2.0 nicht wirklich das perfekte Einsatzgebiet für den Kindle ist – und schon gar nicht in Deutschland, obwohl die AT&T-Verbindung zum Beispiel im Kindle Store oder beim Aufbau von Internetseiten tatsächlich und trotz reaktionslahmen eInk-Display relativ schnell ist.
    Liebe grüße,
    cai

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