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eReader: PocketBook und Medion im IFA-Landeanflug – Kindle und Amazon eBooks in Erfolgsspur

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Der Medion-eBook-Reader-Prototyp

Ende August öffnet die Internationale Funkausstellung in Berlin ihre Pforten. Bereits im Juni gab der IFA Preview einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Neuheiten. Wieder einmal an vorderster Front stehen Elektrohersteller mit eBook Reader Neuheiten. So kündigte nach PocketBook auch Medion an, ein dediziertes eLesegerät auf den Markt zu bringen. So heißt es auf der IFA – statt ‘eBook Reader in der Warteschleife’ – ‘eBook Reader im Landeanflug’. Auch die Amazon-Zahlen lassen ein weiteres Wachstum des eLesebereiches vermuten.



In einem ausführlichen FAZ-Artikel mit dem Titel ‘Der eReader in der Warteschleife‘ wird dargelegt, dass für viele eBook Reader Hersteller nach dem iPad-Boom schwere Zeiten anbrechen würden. Doch von den düsteren Prognosen lassen sich nicht alle abschrecken.

So ist seit kurzem der Entourage eDGe in Deutschland erhältlich, PocketBook kündigte an, auf der IFA vier neue eBook Reader auf den Markt zu bringen (wir berichteten). Auch Medion will ein Stück vom eLesekuchen abhaben und zeigte auf dem IFA Preview in Berlin einen eReader-Prototypen mit WLAN, der über das Internet, Elektronikhändler sowie mittels Vertriebskooperationen mit Lebensmittelketten, wie Aldi, vertrieben werden soll.

Der Kindle verkauft sich immer besser (Foto: Amazon)

Die eBook und Kindle Verkaufszahlen von Amazon
Gestern veröffentlichte Amazon eBook- und Kindle-Verkaufszahlen, die sich den Unkenrufern zum Trotz recht gut lesen: Auf 100 Hardcover-Bücher verkaufte Amazon in den vergangenen drei Monaten 143 Kindle eBooks. Im Juni waren es sogar 180 eBooks auf 100 Hardcover-Bücher. Nicht alle eBook-Downloads sind in der Statistik berücksichtigt, kostenlose eBooks aus dem Kindle Store werden nicht eingerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die eBook-Verkäufe verdreifacht.

Auch der Kindle ist heiß begehrt. Er sei in den letzten zwei Jahren der meistverkaufte Artikel auf Amazon.com gewesen. Der Kindle ist zudem das meist verschenkte und das am häufigsten mit den 5-Sternen bewerte Produkt. Zudem habe sich der Kindle im zweiten Quartal (April bis Juni) sowohl von Monat zu Monat als auch im Jahresvergleich je besser verkauft, heißt es in der Pressemitteilug von Amazon.

Zuletzt ist der Preis der Kindle auf 189 US-Dollar gesenkt worden. Das dadurch weitere Käufer angelockt werden, ist selbstverständlich. Auch Jeff Bezos, Gründer und Ceo von Amazon.com, weiß das: “Seit wir den Preis von 259 US-Dollar auf 189 US-Dollar gesenkt haben, haben sich die Verkaufszahlen des Kindle verdreifacht.” Da Amazon auch diesmal wieder mit absoluten Verkaufszahlen geizt, kann ich mir über Erfolg oder Misserfolg des Kindle aber keine endgültige Meinung bilden. Immerhin soviel ist klar: eBooks werden immer beliebter.

Eine Frage des Preises: Medion setzt auf verschiedene Vertriebspartner
In den USA sind im Kindle Store aktuell über 630.000 eBooks verfügbar, die auf verschiedenen Endgeräten gelesen werden können (Kindle for PC, Mac, iPad, Android usw.). Über 510.000 eBooks davon kosten unter 9,99 US-Dollar, so dass im Vergleich zur gedruckten Variante oftmals Geld gespart werden kann. In Europa stehen immerhin 420.000 eBooks im Kindle Store zur Verfügung, davon allerdings nur die Wenigsten in deutscher Sprache. In unserem Kindle-Erfahrungsbericht (II.) haben wir die Benutzung des Kindle Store und die Dateikompatibilität des Kindle getestet sowie einige deutsche eBooks ausfindig gemacht.

Weil die Preisersparnis von eBooks nicht direkt wirkt, sondern ein eBook Reader für aktuell über 100€ angeschafft werden muss, der dann im Zweifelsfall nur bestimmte eBook-Formate unterstützt, greifen viele Kunden lieber weiterhin zum gedruckten Buch. Auch emotionale Gründe, wie zuletzt in der Badischen Zeitung angeführt, spielen natürlich eine Rolle. Aber die anstehenden Neuentwicklungen, die auch den Preis für eBook Reader senken werden, könnten weitere Käuferschichten ansprechen.

Beim IFA-Preview im Juni zeigte Medion einen eReader-Prototypen. Der 6 Zoll große eInk-Touchscreen-Device soll über ein WALN-Modul verfügen, was das Surfen im Internet und den drahtlosen Download von eBooks ermöglichen würde. Was im (noch) namenlosen Medion eBook Reader aber genau drin sein wird, ist bislang unklar: Auf dem Preview zeigte der Elektrohersteller aus Essen lediglich eine funktionslose Hülle.

Der Entourage eDGe Dual Screen (Foto: Entourage)

Der Preis ist heiß
Ein Verkaufspreis wurde bislang ebenfalls nicht genannt, auch wenn die Aussicht auf einen niedrigen Preis beim Vertrieb über Discounter, wie Aldi, natürlich besteht. Zuletzt hatte Pearl den ersten unter-100€-eReader angekündigt, auch wenn der eLyricon.tft mit keinem eInk-Display daherkommt (wir berichteten).

Auch auf die vier neuen eBook Reader aus dem Hause PocketBook, die auf der IFA vorgestellt werden sollen, darf man gespannt sein. Neben zwei kleineren eLesegeräten werden auch zwei großzollige eBook Reader auf den Markt kommen. Damit steigt die Konkurrenz im Profi-eReader-Bereich. Bislang steht dort nur der Kindle DX als dedizierter eBook Reader zur Verfügung.

Über eine größere Bildschirmdiagonale als 7 Zoll verfügen sonst nur Tablets und der seit kurzem in Deutschland erhältliche Dual Screen eReader, der Entourage eDGe, der aktuell satte 599€ kostet (wir berichteten). Auf Mini-Preise sollte man im Profi-eReader-Bereich also nicht warten.

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