eBookreader-Vergleich.de

eReader: Pearl eLyricon, Prestigio Libretto und Sovos eReader+ für knapp 100€ – echte eBook Reader sind anders

10

Der Aufbau eines LC-Displays

Zuletzt meldete Lesen.net zweimal, dass eBook Reader für etwas mehr bzw. für unter 100€ verfügbar sind. Die Rede ist vom Pearl eLyricon und vom Prestigio Libretto. Doch wer die Nachrichten genau studiert hat, dem ist aufgefallen, dass nicht klassische eBook Reader gemeint sind, sondern Devices mit selbstleuchtenden Displays, die zum eLesen erfahrungsgemäß wenig geeignet sind. Ein Aufklärungsartikel gegen Niedrigpreis-Versprechungen.


Klassische eBook Reader zeichnen sich durch ein Display aus, in dem kleinste Teilchen (schwarz-weiß) je nach Text nur kurz ausgerichtet werden und anschließend ohne weitere Stromzufuhr auskommen. Neben dem Vorteil einer langen Akkulaufzeit ist die Ansicht der ohne Hintergrundbeleuchtung auskommenden Displays spiegelungsarm sowie besonders augenschonend – und daher perfekt zum eLesen geeignet.

Der LCD-eReader Prestigio 3052B (Foto: Prestigio.com)


Anders ist dies sowohl beim Prestigio Libretto PER3052B als auch beim eLyricon EBX-500.TFT. Beide hatte Lesen.net als eBook Reader Preisbrecher nach unten angepriesen. Doch für eLesen sind sie nicht wirklich gemacht, lediglich der Pearl eLyricon EBX-600.eInk und die wohl erst im Spätsommer auf den Markt kommende Prestigio PER3162 und Prestigio PER5062 sind echte eBook Reader. Während der Pearl eInk-eLyricon 169€ kostet, werden die beiden angekündigten klassischen Prestigio eLesegeräte je nach Ausstattung zwischen 200€ und 300€ kosten.

Damit liegen die neuesten eBook Reader preislich im gleichen Rahmen wie die bisherigen auch. Von einem eBook Reader Preisrutsch kann also keineswegs die Rede sein (wir berichteten). Vielmehr nutzen immer mehr Hersteller die günstigen Fabrikationskosten von LC-Displays und die größere Anwendungsmöglichkeiten (Bewegtbilder auch in Farbe) und arbeiten bzw. veröffentlichen aktuell ein Zwischending zwischen Tablet und eBook Reader.

eReader mit LC-Display lassen die Hüllen fallen
Der Prestigio Libretto PER3052B (Hier geht’s zu den Produktspezifikationen) verfügt über ein 5 Zoll großes LCD-Panel, auf dem auch multimediale und farbige Inhalte, wie Videos, gut aussehen sollen. Bei der Akkulaufzeit verspricht der Hersteller immerhin eine Betriebszeit von 10 Stunden. Das heißt allerdings auch, dass bei intensivem Gebrauch jeden Tag eine Stromdose in Reichweite sein sollte.

Der eLyricon EBX 500.TFT (Foto: Pearl.de)

Auch der 5 Zoll große Pearl eLyricon EBX 500.TFT (hier geht’s zu den Produktspezifikationen), der 99€ kostet, verfügt über ein konventionelles LC-Display. Die Vorzüge sind bekannt, eine schnelle Reaktionszeit sowie die Anzeige farbiger und multimedialer Inhalte machen den eLyricon zum Mini-Tablet. Aber auch die Nachteile sind bekannt, die bei Pearl sogar noch schwerer wiegen als beim Libretto. Denn hier hält der Akku dem Hersteller zufolge im vollen Leseeinsatz nur 7 Stunden. Bei multimedialen Anwendungen, wie beim Video anschauen, wird die Akkulaufzeit noch niedriger sein.

Der dritte LC-Reader im Bunde ist aus dem Hause Sovos (wir berichteten). Der ebenfalls mit einem farb- und multimediafähigen LC-Display ausgestattet Device ist seit 1. Juni bestellbar und kostet 129,99€. Auch hier lässt die Akkulaufzeit kein unendliches Lesevergnügen zu, nach 7 Stunden muss er neu aufgeladen werden. Die Videoansicht steht 5 Stunden zur Verfügung.

Der Sovos eReader (Foto: Play.com)

Günstige Alternativen für echte eLeseratten
Wer also einen echten eBook Reader fürs eLesen und nicht für multimedialen Schnickschnack sucht, muss weiterhin mehr als 100€ zahlen. Günstigster Anbieter im Mini-eBook Reader-Segment (5 Zoll Display) mit eInk-Display ist aktuell Hanvon mit dem WISEreader N516 nebst Sony mit dem PRS 300. Auch das Ectaco Jetbook Lite gibt’s für weit unter 200€, auch wenn hierbei ebenfalls ein TFT-Display zum Einsatz kommt. Dieses zeigt Content jedoch nur in schwarz-weiß an, kommt damit ohne Hintergrundbeleuchtung aus und schont zugleich den Akku (über 25h Lesevergnügen).

In einer ähnlichen Preiskategorie bewegt sich der ebenfalls von Pearl veröffentlichte eLyricon EBX-600.eInk (hier geht’s zu den Produktspezifikationen). Der dedizierte 6 Zoll große eBook Reader (15,2 cm Bildschirmdiagonale) mit eInk Display kommt wie der Kindle (hier geht’s zum Kindle-Erfahrungsbericht), der iRiver Story und der Hanvon WISEreader N526 (hier geht’s zum N526-Erfahrungsbericht) mit einer QWERTY-Tastatur unter dem Display daher. Ein zumindest angekündigtes Alleinstellungsmerkmal des Pearl eLyricon EBX-600.eInk soll das variable Kontrastverhältnis des Displays sein, das den eBook Reader für 169€ tatsächlich zu etwas Besonderem machen könnte.

Der eLyricon EBX 600.eInk (Foto: Pearl.de)

Und auch Prestigio arbeitet nach Exklusiv-Informationen von lesen.net an zwei klassischen eLesegeräten mit eInk-Display: Die eBook Reader PER3162 und PER5062 sollen ein 6 Zoll großes monofunktionales eInk-Display bieten. Während der PER 3162 hauptsächlich zum eLesen geeignet sein soll wird der PER5062 wie das Onyx Boox 60 und das Pocketbook 302 wohl mit einem WLAN-Modul ausgestattet sein.

Für eLeseratten heißt es damit weiter, entweder weiter mehr als 100€ hinlegen oder auf ein eInk-Display verzichten. Ob sich niedrigpreisige Mischungen (um 100€) aus eBook Reader und Tablet mit farbigem LC-Displays durchsetzen werden, bezweifle ich hingegen stark. Die Tabletkonkurrenz (iPad, WeTab, JooJoo, SmartTab) ist zwar durch die Bank wesentlich teurer, aber auf der Hardwareseite mit 3G- und WLAN-Konnektivität, unzähligen Apps und einem großen Display perfekt auf den Multimediagenuss ausgelegt – und damit fast ein Laptop-Ersatz.

Anzeige

Schlagwörter: , , ,

10 Kommentare

  1. eLeseratte sagt:

    Hallo,

    habe jetzt schon öfters gelesen, daß LC-Displays bei den billigen eReadern nicht zum Lesen geeignet sind bzw. die Augen zu sehr anstrengen. Warum ist das so? Früher bei den CRT-Monitoren hatte ich öfters mal brennende Augen. Aber mit den aktuellen LC-Displays nie (Ich arbeite von Morgens bis Abends an diversen LC-Displays). Sind das andere Typen, oder liegt das an der Größe, oder was ist das Problem? Mich würde so ein Teil nämlich interessieren, im Augenblick lese ich auf einem Palm, da klappt es problemlos. Ich würde aber gerne eine etwas größere Oberfläche haben. EPaper habe ich auch schon ausprobiert, klappt erwartungsgemäß gut hat aber andere Nachteile für mich.

    Grüße eLeseratte

  2. cai sagt:

    Hallo eLeseratte,
    LC-Displays haben natürlich zwei entscheidende Vorteil: Sie können Farbe darstellen und sind recht reaktionsschnell. Wenn du schon mal einen nicht-selbstleuchtenden eInk-Device benutzt hast, fällt sehr schnell auf, dass der Leseeindruck darauf fast wie auf gedrucktem Papier ist. Bei LC-Displays ist das nicht der Fall, das angezeigte Bild flackert und ermüdet die Augen. Ob man das bemerkt und für wichtig erachtet ist natürlich rein individuell, auch wenn ich bezweifle, dass dein Augenlicht nach jahrelangem LC-Display-Arbeiten und -Lesen sich nicht verschlechtert hat. Denn LC-Displays emitieren zweifelsohne eine Strahlung. Nun bin ich (leider) kein Augenarzt, schätze aber dennoch zum reinen eLesen eher eInk-Devices.

  3. STudyTraY-User sagt:

    Auch ich lese hocke über 15 Jahre lang bis 12h vor TFTs und habe auch keine Probleme, die ich selbst bei Top Röhren allerdings hatte. Und seit 6 Jahren lese surfe ich mit mein modifizierten HP TC1100 Oldi (nun lautlos & 750g leicht an der Steckdose) das Display ist im Vergleich zum iPAD eine Wohltat bzgl. Spiegelung besonders bei Schrägeinsicht.

  4. STudyTraY-User sagt:

    Und leider habe ich mich immer noch nicht ans LED Licht gewöhnt, wirkt auf die Dauer härter.
    Somit sollte ein Display total matt und schräg einsehbar sein, damit man nicht ständig direkt ins Licht schauen muss.

  5. ChristophK sagt:

    Ich habe den EBX 500 von Perl getestet und finde den gar nicht so schlecht. Nicht jeder ist ja ein Dauerleser der gleich stundenlang hinter einander liest. Wer einen kompakten Reader für unterwegs sucht und vielleicht auch noch Fotos oder Filmchen damit zeigen will, ist damit gar nicht schlecht bedient.
    Natürlich gibt es wesentliche bessere Displays aber die Kosten dann auch viel mehr und/oder sind dann auch wirklich nur zum Lesen gedacht.

Artikel kommentieren

© 2012 Blog.Ebookreader-Vergleich.de. All rights reserved.
Impressum
Proudly designed by Theme Junkie.