Neben einem Touchdisplay bietet der PRS 600 eine Handschrifterkennung (inkl. Möglichkeit zum Zeichnen) und eine virtuelle Tastatur, um Notizen und Anmerkungen zu verfassen: Entscheidend für eBook Reader, wenn sie auch zum Arbeiten und nicht nur zum Lesen geeignet sein sollen. Aber reichen die vom Sony PRS 600 gebotenen technischen Features aus, um zum alltäglichen Arbeitsgerät zu werden? Meine (Arbeits-) Erfahrungen mit dem Sony PRS 600 Touch
Das gut verarbeitete und schlanke Aluminium-Design des Sony PRS 600 Touch ähnelt dem des Sony PRS 505, allerdings läuft die Benutzung anders. Entweder per Fingerdruck oder mittels eines Eingabestiftes lässt sich der Sony PRS 600 Touch mit Berührungen steuern, sei es im Menü, den Optionen oder für das einfache Seiten-Umblättern beim Lesen eines eBooks.
Touchscreen und Drag&Drop machen die Bedienung kinderleicht
Im Vergleich zum Cybook Opus oder dem Hanvon N518 sind wenige Bücher auf dem eBook Reader Sony PRS 600 Touch vorinstalliert. Im Lieferumfang ist ebenfalls kein Strom-Ladekabel enthalten, so dass der Sony PRS 600 Touch lediglich via USB-Kabel Saft bekommt. Auf Reisen und für Vielleser ein Nachteil. Auch eine umfangreiche Anleitung fehlt, die Bedienung soll intuitiv funktionieren, was dank der Touch-Bedienung tatsächlich der Fall ist.
Ein eBook auf den eBook Reader Sony PRS 600 Touch laden, geht ebenfalls kinderleicht: entweder per Drag&Drop oder via Sony Library, die kostenlos zugänglich ist und bei der Verwaltung der eBook Bibliothek hilft. Darüber sind ebenfalls die auf dem eBook Reader vorgenommenen Notizen, Zeichnungen und Anmerkungen auf dem PC ansehbar, Markierungen im eBook werden auch in der Library-Ansicht angezigt.
Sowohl Notizen als auch Anmerkungen werden separat gespeichert und sind in einem eigenen Ordner mit zwei Klicks übersichtlich erreichbar. Das Erstellen von Büchersammlungen ist direkt auf dem eBook Reader möglich, auch wenn das Verschieben der digitalen Inhalte zwischen Ordnern oder das Umbennen von Dokumenten nur am PC funktioniert.
Das Lesen auf dem PRS 600 Touch ist im Gegenlicht von Spiegelungen beeinträchtigt. Ohne direkte Lichteinstrahlung sind die Spiegelungseffekte, die von der auf das Panel gezogenen Touch-Folie hervorgerufen werden, allerdings zu vernachlässigen. Ein Nachteil von eLesegeräten mit eInk-Displays sind ganz allgemein die zögerlichen Seitenladezeiten. Je nach eReader wirkt sich das negativ auf die Handschrifterkennung aus.
Anmerkungen, Notizen und Markierungen
Auch beim Sony PRS 600 Touch ist die Anzeige des geschriebenen Wortes leicht verzögert. Der Bequemlichkeitsnachteil hält sich jedoch in Grenzen und mit ein bisschen Übung können auch gerade und exakte Striche sowie kurz gehaltene schriftliche Anmerkungen direkt im eBook vorgenommen werden. Benutzt man die virtuelle Tastatur, um Notizen zum Text zu schreiben, ist die Touch-Bedienung des eInk-Displays erstaunlich reaktionsschnell und genau.
Die Markierfunktion ist eine weitere Option bei der Textbearbeitung: Per touch-und-zieh-Mechanismus können einzelne Stellen, wie wichtige Zitate oder Absätze, grau gekennzeichnet werden. Die Originalseitenzahlen vom gedruckten Buch laufen am rechten Rand des Displays gut sichtbar immer mit, so dass die Markierungen schnell wieder gefunden werken können.
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Die Dateikompatibilität: Lesen, hören, informieren
Der Sony eBook Reader PRS 600 Touch glänzt durch die Kompatibilität mit verschiedenen Datei-Formaten. MP3-Musikdateien sind über Kopfhörer anhörbar, ePub-Dateien sind ebenso anzeigbar wie pdf- und doc-Dateien. Bei pdf-Dateien ist die Anzeige überraschend gut – nach den Erfahrungen mit dem Sony PRS 505 und anderen Mini-eReadern eine erwähnenswerte Besonderheit des PRS 600.
Mit der Zoomfunktion (einer von nur vier Buttons zur Bedienung des PRS 600 Touch) kann der gewünschte Bildausschnitt stufenlos vergrößert oder verkleinert werden. Grafiken und Bilder kann die Sony Touch Edition ebenfalls anzeigen – wegen der eInk-Displays aber nur in schwarz-weiß. So ist auch die Anzeige von eZeitungen und eMagazinen im ePub und im aktuellen ePaper-Standardformat (pdf) möglich. Damit verdient sich Sony ein besonderes Lob.
Bei doc-Dateien ist der Sony PRS 600 Touch nicht ganz so benutzerfreundlich. Microsoft Worddateien kann ich nicht einfach per Drag&Drop auf den Sony PRS 600 Touch ziehen, zum Beladen ist in diesem Fall die Sony Library-Software nötig. Den eBook Reader Sony PRS 600 überall mit Dateien beladen, funktioniert also nicht. Ein kleiner Makel, obwohl auch doc-Dateien nach einer Zoomjustierung gut lesbar sind.
Der Sony PRS 600 Touch: Der Anfang ist gemacht – mehr nicht
Der Sony PRS 600 Touch bietet im Vergleich zu Amazons Kindle mehr Dateikompatibilität, auch wenn auf dem Amazon eBook Reader mit dem neuen Software-Update nun endlich auch pdf-Dateien unterstützt werden und eine Zommfunktion geliefert wird.
Das Display-Spiegelungsproblem hat Hanvon mit seinem WISEreader N518 (hier geht’s zum Erfahrungsbericht), auf dem ebenfalls handschriftliche Notizen möglich sind, umschifft – weil der Touchsensor unter dem Panel liegt. Dafür müssen Hanvon WISEreader-Nutzer auf die Touchfunktion mit dem Finger verzichten, die Steuerung funktioniert nur über einen WACOM-Stift.
Als Arbeitsplatzersatz zeigt der Sony PRS 600 Touch eine mittelprächtige Performance. Die Markierungen, Notizen und handschriftliche Anmerkungen sind auf einen PC überspielbar, aber nur via Sony Library. Die Anzeige und Bearbeitung von doc-Dateien ist hingegen von Unzulänglichkeiten geprägt. PDF-Dateien (auch mit Grafiken) sind dank der Zoom-Funktion ansehbar, obwohl ich eindeutig das ePub-Format vorziehe – und das unterstützt Sony ja bekanntlich.
Der Sony PRS 600 Touch (hier gelangen sie zu den technischen Details) ist aber kein vollständiger Arbeitsplatz-Ersatz. So fehlen auch sämtliche Drahtlosschnittstellen, die eBook Reader zum überall-Arbeitsgerät machen. Da haben Onyx mit dem Boox 60, Pocketbook mit dem 302 und auch Hanvon mit dem in Kürze auf den Markt kommenden N526 die Nase vorn – und bieten auch Surffunktionen.
Sehen sie hier das Testvideo von Chip.de: Sony PRS 600 Touch und Amazon Kindle – eBook Reader im Vergleich:
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