Im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchtdioden wird bei OLEDs (Organic Light Emitting Diodes) kein Halbleiter-Kristall, sondern spezielle Kunststoffe durch elektrischen Strom zum Abstrahlen von Licht einer bestimmten Farbe angeregt. Da jedes Material eine spezielle Wellenlänge – also Licht in einer Farbe – aussendet, lassen sich durch Anordnung der Grundfarben auf einem Display alle Farben darstellen. Die Pixel emittieren selbst Licht, somit kann eine Hintergrundbeleuchtung wegfallen (wie sie beim LC-Display nötig ist). Dies sorgt für geringen Stromverbrauch und damit lange Akkulaufzeiten sowie ein gutes Lesegefühl.
Die OLED-Technologie ermöglicht es, extrem flache und leichte Displays zu bauen. Somit wären eBook Reader mit Farbdisplay denkbar, die sich lange und komfortabel in der Hand halten lassen und sich auch für komplexe Darstellungen (Videos, Animationen usw.). Erste Anwendungen für Organische LED-Displays sind bereits auf dem Markt, beispielsweise MP3-Player oder Smartphones (Google Nexus One). Bis ein großformatiges, einrollbares und farbiges OLED-ePaper zum Lesen marktreif ist, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen.Auch wenn LG nun die ersten OLED-Flachbildschirme in Serie produziert, müssen noch zahlreiche Probleme gelöst werden: Schwierigkeiten bereiten die Lebensdauer der OLEDs (manche Farben altern schneller als andere), die Ansteuerung der Pixel sowie die Helligkeit im Vergleich zum Stromverbrauch. Und die Konkurrenz schläft natürlich auch nicht – farbige eInk-Displays, die Mirasol-Technik oder das Delta-Display scheinen starke Alternativen zu sein.
Quelle: Oled.at, Die Presse, Heise


