Asus will mit seinem Eee-Tablet den eBook Reader Markt aufmischen. Schon auf der CeBit 2010 zeigte Asus mit dem DR-900 einen vorwiegend aufs Lesen ausgelegten eBook Reader. Beim Eee-Tablet geht der Notebook-Riese nun einen Schritt weiter – und setzt den hochauflösenden, nicht selbstleuchtenden TFT-Bildschirm als Schreibblock ein. Auf diesem soll das reale Schreibgefühl dank der Maximalauflösung von 2450dpi imitiert werden. Erste Tests an einem Prototyp sprechen dementsprechend auch von einer sehr genauen Stifteingabe.
Bislang sind auf dem Markt vorwiegend eBook Reader mit eInk-Display und Schreibfunktion verfügbar. Während mit dem Finger bedienbare Touchdisplays (Sony, Pocketbook) mit starken Spiegelungen beim Outdoor-Gebrauch im Gegenlicht zu kämpfen haben – weil eine dünne Touchfolie auf das Display gezogen wird – sind beispielsweise die Hanvon eBook Reader nur mit einem Wacom-Stift bedienbar. Der Vorteil: Der Touchsensor liegt unterhalb des Displays, es kommt zu keinen Spiegelungseffekten.Asus hatte schon beim DR-900 nicht auf ein eInk-Display von Fast-Monopolist PVI gesetzt, sondern auf ein Konkurrenz-ePaper von SiPix. Zuletzt kamen immer mehr Hersteller mit TFT-Devices auf den Markt (nach First Mover Ectaco mit dem Jetbook, nun auch Sovos und Pearl). Den Vorteil spricht Asus in einer Pressemitteilung zum Eee-Tablet an: Mit einer Seitenladezeit von 0,1 Sekunden sei der im Eee-Tablet eingesetzte Bildschirm neun mal schneller als andere eReader-Displays, wodurch auch Animationen durchaus flüssig angezeigt werden können (siehe Video).
Das ermöglicht weitere Funktion auf dem Asus Eee-Tablet, wie die detailgetreue Bilderanzeige. Hier hat Asus eine einzigartige Innovation aus dem Hut gezaubert: Über die auf der Rückseite integrierte Kamera geschossene Fotos können direkt auf dem Display bearbeitet werden. Die Möglichkeit, Texte, Bücher, Bilder und Tafelanschriften per Kamera zu digitalisieren und anschließend mit Notizen zu ergänzen, dürfte nicht nur unter Studenten Freude hervorrufen. Auch über eine Sprachaufnahme-Funktion verfügt der Eee-Tablet.
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So könnte sich der Asus eReader zum perfekten Arbeits- und Studienbegleiter entwickeln; zumindest wenn mögliche Fehlerquellen bis zum Marktstart im Herbst (vorraussichtlich im Herbst, zunächst in den USA, und laut deutlich günstiger als das iPad). Ersten Testern fiel eine mäßige Betriebsgeschwindigkeit ebenso negativ auf wie das hohe Gewicht des 8 Zoll großen Devices (>500g). Auch die Akkulaufzeit reicht mit knapp 10 Stunden maximal für einen Arbeitstag.
Zudem hält sich Asus bei weiteren Produktspezifikationen noch zurück: Weder die Konnektivitätsfrage (WLAN und/oder UMTS-Modul), noch die Größe des internen Speichers ist bislang geklärt. Sicher ist nur, dass der Eee-Tablet neben einem USB-Anschluss zur Synchronisierung der digitalen Inhalte mit dem PC auch über einen Micro-SD-Kartenleser verfügt.Auch die Dateikompatibilität ist ein Knackpunkt in der Profi eBook Reader-Sparte. Der Asus Eee-Tablet soll DRM-geschützte ePub-Dateien unterstützen, so dass die freie Wahl bei eBooks besteht. Nachdem mittlerweile auch Amazon im Format-Streit zurückrudert und auf dem Kindle (nach Firmware-Update 2.5) und dem Kindle DX pdf-Dateien komfortabel dargestellt werden können, dürfte die pdf-Kompatibilität beim Asus Eee-Tablet keine Frage sein.
Ob Office- und Powerpoint-Dokumente angezeigt und bearbeitet werden können, ist hingegen nicht klar, auch wenn das eine absolute Grundbedingung dafür ist, den Arbeits- und Studiensektor mit einem eBook Reader mit umfassenden Arbeitsplatz-Funktionen zu erobern.Und wer ein Multimediagerät sucht, ist mit der Asus Eee-Pad-Reihe gut versorgt. Die direkte iPad-Konkurrenz soll ebenfalls im Herbst und Kommentatoren zufolge deutlich günstiger als das Apple Tablet auf den Markt kommen.
Quellen: Asus Pressemitteilung via Akihabarnews, Testeinschätzungen via Endgadget und Golem.de, Asus Eee-Pad via NTV.de und PC Games




