Die am morgigen Samstag zu Ende gehende IT-Messe Computex in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh hat gezeigt, wohin die technische Reise gehen wird: Zu einem All-in-one-Gerät. So glaubt nicht nur Hanvon-Gründer und Chairman Liu Yingjing, dass in den nächsten Jahren die Grenze zwischen eBook Reader, Tablet und Smartphone verwischen werde. Noch ist aber nicht abzusehen, wie das Multifunktions-Gerät der Zukunft aussehen wird.
Hanvon will nach oben
Hanvon ist hierzulande noch wenig bekannt, auf dem heimischen chinesischen Markt aber fast-Monopolist, mit einem Marktanteil von 95%. In totalen Zahlen heißt das, dass 2009 in China 266.000 Hanvon-eReader verkauft worden sind, im ersten Quartal 2010 weitere 180.000. Die Chancen stünden gut, dass bis zum Ende des Jahres insgesamt 1 Million-eReader verkauft werden, erklärte Liu in einem Interview mit der Taipeh Times zu Beginn der Computex am 1. Juni.
Über Apple Tablet freut sich der Hanvon-Chef: “Ich halte Steve Jobs für einen Heroen und Apple sebst für ein herausragendes Unternehmen. Tablet-PCs sind schon so lange auf dem Markt, kamen aber nie richtig hoch. Der Launch des iPad hat das Verbraucherinteresse wiederbelebt.” Ob auch China vom iPad-Hype ergriffen wird, weiß Liu nicht. Für westliche Unternehmen sei es schwer, Chinas kulturelles Wesen zu erfassen und ein passendes Produkt zu entwickeln.
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Farbe, Farbe, Farbe
Angst um die eigene eBook Reader Reihe habe Hanvon wegen der Tablet-Konkurrenz nicht, obwohl die “beiden Produkte sehr ähnlich” seien. “Die Hauptunterschiede sind die, dass ein eReader mehr für den stationären Einsatz gedacht ist, um elektronisch in Zeitungen und Magazinen zu blättern, und weniger Strom verbraucht. Tablets benötigen mehr Strom, kommen dafür aber mit Farbbildschirm und PC-ähnlicheren Features daher”, erklärt Liu.
Auf welche Technik Hanvon setzen werden, erklärte Liu nicht. Möglicherweise auch auf Delta. Wegen technischer Probleme sei man stets hinter den Konkurrenten PVI und SiPix hinterher gewesen, erklärte Hui Lee, Direktorin der ePaper-Sparte von Delta. Doch nun sei bei der Display-Entwicklung der Durchbruch gelungen, Lee betonte, dass Delta das erste Unternehmens ein werde, das ein farbiges ePaper mit Stifteingabe auf den Markt bringen werde.
Smart-Tablet-Reader: All-in-one
Delta wolle damit aber nicht den Reader-Markt erobern, sondern plane vor allem mit Schulen und Krankenhäusern als potentiellen Käufern der superdünnen, großzolligen Touch-Displays. Qualcomm setzt mit ihrem Mirasol-Display hingegen voll auf den Massenmarkt: Neben eReadern sollen auch Smartphones und sogar Uhren mit dem Farb-Display ausgestattet werden.Auch beim großen Bruder von Tablets, Netbooks tut sich was: Intel zeigte einen lediglich 14 Millimeter dicken Netbook-Prototypen. Zudem läuft in der kommenden Woche die Produktion der leistungsfähigeren Atom-Prozessoren ‘PineTrailN’ an, mit denen erstmals Dual-Core-Chips in Netbooks einziehen.
Auch Konkurrent Qualcomm arbeitet an einem Dual-Core-Chip. Der Snapdragon-Chips, die unter anderem Sony Ericssons Smartphone Xperia X10 und Dells Tablet Streak antreiben, werden mit moderat angehobener Taktfrequenz erhältlich sein. Welche Unternehmen damit zuerst beliefert werden, ist Spiegel Online zufolge noch ein großes Geheimnis. Aber in Kürze werde wohl ein asiatisches Handy mit dem Qualcomm-Chip auf den Markt kommen.Spannend wird, was aus den vielen Neuentwicklungen gemacht wird. Dell hat mit dem Streak-Tablet schon eine Möglichkeit gezeigt, und ein 5 Zoll großes All-in-one-Gerät entwickelt, das zum Telefonieren, Surfen, Video anschauen und Lesen unterwegs geeignet ist – und dazu in jede Hosentasche passt.
Quellen: Taipeh Times via Channelpartner und Channelpartner, Spiegel




