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Computex: Smart-Tablet-eReader – All-in-one-Lösungen auf dem Weg

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Die am morgigen Samstag zu Ende gehende IT-Messe Computex in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh hat gezeigt, wohin die technische Reise gehen wird: Zu einem All-in-one-Gerät. So glaubt nicht nur Hanvon-Gründer und Chairman Liu Yingjing, dass in den nächsten Jahren die Grenze zwischen eBook Reader, Tablet und Smartphone verwischen werde. Noch ist aber nicht abzusehen, wie das Multifunktions-Gerät der Zukunft aussehen wird.



Hanvon will nach oben
Hanvon ist hierzulande noch wenig bekannt, auf dem heimischen chinesischen Markt aber fast-Monopolist, mit einem Marktanteil von 95%. In totalen Zahlen heißt das, dass 2009 in China 266.000 Hanvon-eReader verkauft worden sind, im ersten Quartal 2010 weitere 180.000. Die Chancen stünden gut, dass bis zum Ende des Jahres insgesamt 1 Million-eReader verkauft werden, erklärte Liu in einem Interview mit der Taipeh Times zu Beginn der Computex am 1. Juni.

Die Handschriftfunktion des Hanvon N518 (Quelle: Dontos.de)

Nach eigenen Angaben ist Hanvon weltweit der zweitgrößte eReader-Hersteller. Im kommenden Jahr, spätestens 2011, sollen die WISEreader (N516, N518, N526) den ersten Platz bei den Verkaufszahlen einnehmen. Der entscheidende Vorteil der Hanvon WISEreader eBook Reader sei die Handschrifterkennung, die auch chinesische Schriftzeichen erkennt – ein Muss für den chinesischen Markt. Auch die niedrigen Produktionskosten und der damit verbundene niedrige Preis könne den Verkauf ankurbeln, erklärte Liu.

Über Apple Tablet freut sich der Hanvon-Chef: “Ich halte Steve Jobs für einen Heroen und Apple sebst für ein herausragendes Unternehmen. Tablet-PCs sind schon so lange auf dem Markt, kamen aber nie richtig hoch. Der Launch des iPad hat das Verbraucherinteresse wiederbelebt.” Ob auch China vom iPad-Hype ergriffen wird, weiß Liu nicht. Für westliche Unternehmen sei es schwer, Chinas kulturelles Wesen zu erfassen und ein passendes Produkt zu entwickeln.


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Farbe, Farbe, Farbe
Angst um die eigene eBook Reader Reihe habe Hanvon wegen der Tablet-Konkurrenz nicht, obwohl die “beiden Produkte sehr ähnlich” seien. “Die Hauptunterschiede sind die, dass ein eReader mehr für den stationären Einsatz gedacht ist, um elektronisch in Zeitungen und Magazinen zu blättern, und weniger Strom verbraucht. Tablets benötigen mehr Strom, kommen dafür aber mit Farbbildschirm und PC-ähnlicheren Features daher”, erklärt Liu.

Das einrollbare und farbige Sony OLED-Farbdisplay (Foto: Sony)

In Zukunft werden e-Paper-Displays auch in Farbe kommen und die in Tablets verbauten Panels weniger Strom verbrauchen, so Liu. Der Hanvon-Chef folgert daraus, dass beide Gerätearten im Laufe der nächsten drei Jahre zu einer verschmelzen könnten. Dafür ist Hanvon gut gerüstet, im vierten Quartal 2010 werden die Chinesen einen farbigen eReader auf den Markt zu bringen. PVI (farbige eInk-Technologie), Qulacomm (mit der Mirasol-Technik) und Sony (mit dem einrollbaren OLED-Display) hatten zuletzt erste farbige, animationsfähige und trotzdem stromsparende Panels gezeigt.

Auf welche Technik Hanvon setzen werden, erklärte Liu nicht. Möglicherweise auch auf Delta. Wegen technischer Probleme sei man stets hinter den Konkurrenten PVI und SiPix hinterher gewesen, erklärte Hui Lee, Direktorin der ePaper-Sparte von Delta. Doch nun sei bei der Display-Entwicklung der Durchbruch gelungen, Lee betonte, dass Delta das erste Unternehmens ein werde, das ein farbiges ePaper mit Stifteingabe auf den Markt bringen werde.

Smart-Tablet-Reader: All-in-one

Die Mirasol-Technik macht sich den Schmetterlingseffekt zunutze (Foto: Qualcomm)

Delta wolle damit aber nicht den Reader-Markt erobern, sondern plane vor allem mit Schulen und Krankenhäusern als potentiellen Käufern der superdünnen, großzolligen Touch-Displays. Qualcomm setzt mit ihrem Mirasol-Display hingegen voll auf den Massenmarkt: Neben eReadern sollen auch Smartphones und sogar Uhren mit dem Farb-Display ausgestattet werden.

Auch beim großen Bruder von Tablets, Netbooks tut sich was: Intel zeigte einen lediglich 14 Millimeter dicken Netbook-Prototypen. Zudem läuft in der kommenden Woche die Produktion der leistungsfähigeren Atom-Prozessoren ‘PineTrailN’ an, mit denen erstmals Dual-Core-Chips in Netbooks einziehen.

Dell Streak: Tablet-Phone oder Smart-Tablet? (Quelle: Dell)

Auch Konkurrent Qualcomm arbeitet an einem Dual-Core-Chip. Der Snapdragon-Chips, die unter anderem Sony Ericssons Smartphone Xperia X10 und Dells Tablet Streak antreiben, werden mit moderat angehobener Taktfrequenz erhältlich sein. Welche Unternehmen damit zuerst beliefert werden, ist Spiegel Online zufolge noch ein großes Geheimnis. Aber in Kürze werde wohl ein asiatisches Handy mit dem Qualcomm-Chip auf den Markt kommen.

Spannend wird, was aus den vielen Neuentwicklungen gemacht wird. Dell hat mit dem Streak-Tablet schon eine Möglichkeit gezeigt, und ein 5 Zoll großes All-in-one-Gerät entwickelt, das zum Telefonieren, Surfen, Video anschauen und Lesen unterwegs geeignet ist – und dazu in jede Hosentasche passt.

Quellen: Taipeh Times via Channelpartner und Channelpartner, Spiegel

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