Hanvon ist auf dem heimischen chinesischen Markt im eBook Reader Segment Marktführer – weil die Hanvon eBook Reader WISEreader mit einer starken technischen Ausstattung daherkommen. So verfügt der 5 Zoll große Hanvon N518 über eine Schreibfunktion mit Handschrifterkennung, eine Musik-Player-Funktion und eine Diktierfunktion. So ist der Mini-eReader, der für etwas mehr als 250€ zu haben ist, einer der am besten ausgestatteten eBook Reader seiner Klasse. Hält der Hanvon WISEreader N518, was er verspricht? Der eBook Reader-Vergleich.de Erfahrungsbericht.
Da freut sich das Testerherz: Hanvon liefert zu ihrem eBook Reader WISEreader N518 (auch beim N516) alles, was man zum unkomplizierten Betrieb braucht. Eine Schutzhülle und Kopfhörer sind im Preis ebenso inklusive wie ein Stromladekabel und ein USB-Kabel zum Anschluss an den PC. Besonderes Special ist die im Lieferumfang enthaltene 4 GByte große SD-Karte, die den 512 MByte großen internen Speicher ergänzt sowie zahlreiche vorinstallierte (vorwiegend englische) eBooks.
Von außen sieht der Hanvon N518 (wir haben ihn in weiß bekommen) anders aus als die Mini-eReader-Konkurrenz, die meist mit wenigen Buttons ausgestattet sind. Auf dem Hanvon N518 finden sich links des 5 Zoll Displays 10 Zifferntasten, unterhalb des Displays liegen die Tasten zum Umblättern und die gängigen Menüführungstasten. Doch die braucht man bei der Steuerung des Hanvon N518 gar nicht.
Ein makelloser Blick
Schließlich gelten die chinesischen Hersteller als Erfinder der Handschrifterkennung, kennen sich also auch beim Touchscreen-Display-Bau gut aus. Und hier die erste positive Überraschung: Bei normaler Leseansicht spiegelt der Bildschirm (anders als die Sony- und Pocketbook-Konkurrenz) nicht.
Der Pluspunkt (v.a. im Vergleich zum Sony PRS 600 und zum Pocketbook 302) ist zugleich auch ein Nachteil: Statt mit den Fingern ist der Hanvon WISEreader N518 nur mit einem Wacom-Stift bedienbar. Das funktioniert bei der Menüführung recht flüssig, der Stift kann bei der Bedienung auch schräg gehalten werden. Die Unterteilung des Menüs in neun Unterpunkte (gemäß den Tasten links des Displays, womit der eBook Reader auch steuerbar ist) ist ebenfalls übersichtlich gehalten.
Kein Kalender, aber andere Specials
Von der zuletzt gelesenen Stelle über die Anzeige meiner Bibliothek, meiner Bilder oder besonderer Tools (in unserem Testprodukt liegt in diesem Ordner nur ein Rechner vor. Zumindest einen Kalender sollte Hanvon hier schon anbieten), mit einem soundtechnisch unterstützten Klick öffnet sich der angewählte Ordner ohne lange Wartezeiten.
Nun habe ich zwei wichtige Menüpunkte nicht erwähnt: Das sind zum einen die Notiz- bzw. Memofunktion, zum anderen die Audiofunktion, mit der sowohl das Abspielen als auch das Aufnehmen von Musik und Sprache möglich ist (MP3, WMA, Wav).
Die Schreibfunktion
Es gibt zwei Möglichkeiten Notizen zu verfassen. Entweder auf dem Notizblock mit Hilfe des Wacom-Stiftes und einer virtuellen Tastatur. Oder als handschriftliches Memo. Diese Funktion funktioniert ausschließlich mittels der Handschrifterkennung. Während Notizblock-Dateien auf der SD-Karte automatisch im txt-Format gespeichert werden, so dass das Exportieren und Ansehen auf dem heimischen PC besonders leicht ist, werden handschriftliche Memo-Notizen als tra-Datei gespeichert. Diese können mit dem WISEreader PC Kit (hier geht’s zum kostenlosen Download) auf dem PC angeziegt und ins tif- oder pdf-Format umgewandelt werden.
Die Notizfunktion via virtuelle Tastatur funktioniert recht gut. Hat man sich erstmal an die kleinen Felder zum Berühren der Buchstaben (auf 5 Zoll ist eben nicht viel Platz) gewöhnt, funktioniert das Schreiben recht flüssig. Überrascht bin ich von der Reaktionsschnelligkeit des Hanvon Touchscreens, der trotz meines Schnellschreibens jeden Buchstaben erfasst und darstellt.
Die Handschrifterkennung
Will ich hier etwas handschriftlich festhalten blendet sich statt der virtuellen Tastatur ein freies Feld am unteren Bildschirmrand ein. Ich beginne zu Schreiben und beobachte, was passiert. Tatsächlich, meine Krakelschrift wird anstandslos in Computer-Schrift umgewandelt. Mein erstes Wort war Hallo. Nun beginne ich den Satz, „ich teste gerade den Hanvon WISEreader.“ Bis zu „Hanvon“ funktioniert die Umwandlung von Handschrift in virtuelle Schrift recht gut, auch wenn ich zwischen den Worten warten muss und keineswegs flüssig vorankomme. Doch das Wort Hanvon kennt der WISEreader N518 nicht, heraus kommt „Hausrat“.
Oberhalb des Schreibfeldes werden mir verschiedene Alternativen angeboten, in diesem Fall sind es „Hannah“, „Hausbar“ und ein Wort, das ich wiederum nicht kenne, „Hautar“. Wenig hilfreich. Um dennoch zu meinem Ziel zu gelangen, muss ich Buchstabe für Buchstabe H-A-N-V-O-N in Schönschrift (sonst setzt der N518 ein neues Wort zusammen oder fügt die Buchstaben vollends sinnfrei aneinander) eingeben. Am Ende gelingt es, obwohl das gleiche Spiel bei WISEreader erneut beginnt.
Schreiben, schreiben, schreiben
Die andere Möglichkeit Notizen zu verfassen ist die Memo-Funktion. Es öffnet sich ein blanker Bildschirm, auf dem munter und an jeder Stelle geschrieben werden kann. Die Reaktionszeit ist schnell, aus meiner Sicht schneller als beim Sony PRS 600 Touch. Besonders positiv finde ich hier die Möglichkeit, sowohl vor als auch hinter das gerade beschriebene virtuelle „Blatt“ ein weiteres Memo anzufügen. So kann ich auch längere Texte schreiben, auch wenn die Mini-Größe des Displays ein kleiner Nachteil ist.
Auch im angezeigten Buch selbst können handschriftliche Anmerkungen und Unterstreichungen vorgenommen werden, das flächige Markieren von einzelnen Worten oder Textpassagen ist aber nicht möglich. Bin ich einmal mit einer Unterstreichung nicht zufrieden – und das wird vor allem am Anfang geschehen, wenn die Finger noch nicht an den Wacom-Stift gewöhnt sind – kann ich mit der Radierfunktion dieselbe bequem wieder löschen.
iPod-Ersatz gefällig?
Besonders gespannt war ich vor dem Test vor allem auf die Musik-Player-Funktion des Hanvon N518, schließlich verfügt der der WISEreader N518 nicht nur über einen Kopfhöreranschluss, sondern auch über einen Lautsprecher – ein Allenstellungsmerkmal auf dem eReader-Markt (nur der iRiver Story bietet ebenfalls einen Lautsprecher). Via Schnellzugriff – am linken unteren Bildschirmrand befindet sich dazu eine Musiktaste – öffnet sich der Musik-Player-Bildschirm.
Zunächst zur Musik: Während über Lautsprecher die Musik-Qualität angemessen ist, ist das Hören über den internen Lautsprecher eher schlecht. Natürlich ist klar, dass der N518 keine Musikanlage ist, aber vor allem bei lauter Musik wird diese je nach Lage des eBook Readers durch unangenehmes Rauschen gestört. Also lieber die Kopfhörer anlassen – oder einfach etwas leiser hören.
Ja, er spricht
Noch ein Alleinstellungsmerkmal ist die Diktierfunktion. Wer seine Gedanken nicht nur in Schrift, sondern auch in Wort (als wav-Datei und damit leicht auf den PC exportierbar und anhörbar) festhalten will – auf Reisen zum Beispiel – hat im Hanvon N518 einen vielseitigen Begleiter. Zwar ist die Aufnahmequalität nicht so gut wie bei dedizierten Diktiergeräten von Olympus oder Sony o.a., aber für kurze Gedächtnisnotizen ist die Qualität des internen Mikrofons ausreichend.
Leider kommt der Hanvon N518 ohne einen Eingang für ein externes Mikrofon daher, so dass die Aufnahmequalität auch nicht sonderlich verbessert werden kann. So sollte man bei der Aufnahme maximal etwa 15cm vom Hanvon WISEreader entfernt sein und deutlich sprechen. Sonst “antwortet” der Hanvon N518 im Wiedergabe-Modus nur sehr leise oder gar nicht verständlich.
Das Plus der digitalen Anzeige
Die Anzeige der vorinstallierten eBooks (als htxt-Datei) und Handbücher (als pdf-Datei mit integrierten Bildern) ist groß genug und unproblematisch. Über die Schnellzugrifftaste am unteren linken Bildschirmrand kann der Text heran gezoomt werden. Über die Menütaste kann man auch ein automatische Breitenanpassung der Datei an das 5 Zoll Display einstellen, zur Lesezeichen-Funktion und (in der aktuellen Software-Version nur in pdf-Dateien) zur Volltextsuchfunktion via virtuelle Tastatur oder handschriftliche Eingabe gelangen.
Auch die von mir auf den Hanvon N518 gespielten Dateien im pdf-Format wurden leserlich inkl. Bildern und Grafiken (!) angezeigt. Ebenfalls komfortabel werden meine Microsoft-Word-Dateien (doc) auf dem Hanvon N518 angezeigt (eine DinA4 auf ca. zwei virtuellen Seiten). Auch DRM-geschützte ePub- und pdf-Dateien konnte ich auf meinen eBook Reader problemlos aufspielen, verwalten und lesen.
Test-Fazit zum eBook Reader WISEreader Hanvon N518: Eine starke Performance
Der Hanvon WISEreader N518 ist der kompletteste 5 Zoll eReader. Auch ohne WLAN oder UMTS-Schnittstelle bietet der chinesische Hersteller zahlreiche Funktionen, die allesamt durchdacht sind und nur wenige Schwächen aufweisen. Vor allem zum Bearbeiten von Dokumenten und Schreiben von Notizen ist der Hanvon N518 geeignet.
Auch die Anzeige von Dateien (ePub, txt, htxt, pdf, html) auf dem spiegelungsfreien Touchscreen-Displays ist im eBook Reader Vergleich komfortabel. Mit knapp 250€ ist der Hanvon N518 günstiger als die von den Funktionen her ähnlichen 6 Zoll großen Sony PRS 600, das Pocketbook 302 und das Onyx Boox 60, aber teurer als spartanisch ausgestattete Mini-eReader (Hanvon N516, Sony PRS 300 u.a.).
Hier gelangen sie zu den Details des eBook Reader WISEreader Hanvon N518 und zum Verkaufsangebot des Hanvon-Shops.
Wir bedanken uns bei der Papyrus GmbH für den für unseren Test bereit gestellten Hanvon N518
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Fotos: copyright Dontos.de








Ich hab mir den Hanvon N518 zugelegt und bin wirklich zufrieden. Er ist klein und leicht, dient mir zum Lesen und Musik hören. Ich freue mich schon auf meine nächste Reise und werde wohl dort ein gesprochenes Tagebuch verfassen. Ich hatte mir schon überlegt, den Sony Touch zu kaufen, aber jetzt bin ich froh, bei den Chinesen Kunde zu sein, schließlich kann ich mit dem Hanvon N518 auch meine Notizen und Memos auf dem PC verwalten. Topprodukt.
Hallo
überlege, mir den anzuschaffen.
kann man textpassagen, wie beim kindle3, rauskopieren?
wenn ich also einen langen text lese und wichtige zitate rauskopiert haben möchte?
Dank
Mich würde mal die Reaktionszeit beim PDF-umblättern interessieren. Da haben ja einige Konkurrenzprodukte Probleme (nur der Kindle scheint das im Griff zu haben, aber der scheidet für mich wg. epub-untauglichkeit aus) und ich habe beim umblättern keine Nerven, 3 Sekunden zu warten…