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eReader: Trend geht zu multimedialem und farbigem eBook Reader – Liquavista, LG und Kindle 3 auf dem Weg

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Kommt der Kindle 3 mit Touchscreen, Farbe und Games? (Foto: Amazon)

Sony hatte unlängst angekündigt, sich zunächst vornehmlich auf die eBook Reader-Sparte zu konzentrieren und mit dem Bau eines eigenen Tablets erstmal abzuwarten. Was für die Japaner gilt, gilt auch für LG, die noch in diesem Jahr (im 4. Quartal) einen eBook Reader auf den Markt bringen wollen, der etwas besonderes sein wird: farbig. So schnell schafft es Liquavista nicht, das Dual Mode Display LiquavistaVivid kommt wohl erst 2011 auf den Markt. Und was macht Marktführer Amazon? Der Kindle 3 soll den Entwicklungsrückstand schnell aufholen und einige multimediale Spielereien obendrauf bieten.



LG auf Sony’s Spuren: Farbe ist Trumpf
Was Sony Vice President Mike Abary ankündigte (zunächst auf eBook Reader zu setzen und vor allem an einem Farb-Display zu arbeiten), findet auch LG gut. Der koreanische Konzern ist bislang vor allem als eReader-Zulieferer (u.a. für Sony) in Erscheinung getreten – und mit einem ultraflexiblen und faltbaren eigenen Display-Prototypen. Nun erklärte M.B. Choi, Vizepräsident von LG-Display und verantwortlich für die ePaper-Entwicklung, dass LG im 4. Quartal 2010 einen eigenen eBook Reader auf den Markt bringen werde, dessen Trumpf das Display sein soll: Nicht weil es faltbar ist, sondern weil es Farbe anzeigen kann.

Das nur 0,3mm dünne und biegbare LG ePaper

Wie die Sony-Verantwortlichen glauben auch die LG-Entwickler an ein Weiterbestehen von eBook Readern neben Tablets. Im Gespräch mit Reuters erklärte Choi, dass der iPad-Boom auch den Absatz von eBook Readern ankurbeln werde: “Mit dem iPad wird Apple auch die Bekanntheit von eReadern bei Verbrauchern steigern.” Zudem werde immer mehr digitaler Content entstehen, der das Wachstum des gesamten eLese-Marktes (Tablet und eBook Reader) beschleunigen wird. Man rechne allein in diesem Jahr mit einer Absatzsteigerung von über 75%.

Davon will auch LG etwas abhaben – und plant einen minimal multimedialen eBook Reader, dessen Key Feature “Farbe” sein soll: “Mit einigen wenigen, dafür aber besonders ausgefeilten Multimedia-Funktionen werden eReader im Wettbewerb mit dem iPad bestehen können”, erklärte Choi und fügte hinzu, dass ein für das 4. Quartal 2010 geplanter LG-eBook Reader mit Farbdisplay das beweisen werde. Nähere Einzelheiten wie weitere technische Features, Preis oder Verfügbarkeit nannte LG auf dem Reuters Global Technology Kongress in Seoul nicht.

Der Trend zur Farbe II.: Liquavista mit Dual Mode Display
Noch ein farbiger eReader also. Nachdem die Panel-Produzenten PVI (eInk-Technik) und Qualcomm (Mirasol-Technik) ebenfalls farbige eReader-Displays ankündigten und auch die OLED-Technologie geeignet sein könnte, die Vorteile von strahlungsarmen Bildschirmen mit einem mehr an Funktionen zu verbinden, setzt Liquavista auf ein Dual Mode Display. Wie schon mit dem im Notion Ink Adam verbauten Dual Mode Display von PixelQi sollen damit die Vorteile eines LC- und eines ePaper-Displays verbunden werden.

Das LiquavistaVivid-Display

So soll die tiefe Farbdarstellung von LC-Displays mit der stromsparenden und augenfreundlichen ePaper-Technik verbunden werden. “LiquavistaVivid Displays geben dem Verbraucher die Möglichkeit, gesättigte Farben und gleichzeitig ein einmaliges Leseerlebnis zu genießen”, erklärte Johann Feenstra, der CTO von Liquavista, in einer Pressemitteilung. Außerdem garantiere der niedrige Energieverbrauch eine hohe Akkulaufzeit und damit wirkliche Mobilität. Einzelheiten zur Funktionweise des Dual Mode Displays LED 2.0 nannte die in Eindhoven ansässige Philips-Tochter Liquavista bislang aber nicht.


Anzeige

Nur soviel dazu in der Pressemitteilung: “LiquavistaVivid kombiniert einen reflektierenden Anzeige-Modus mit einem transmassivem Anzeige-Modus.” Übersetzt heißt das, dass der Bildschirm “nicht-selbstleuchtend” ist (wie bei eInk-Readern und speziell aufs eLesen ausgelegten TFT-Readern), aber eine Hintergrundbeleuchtung zur farbigen und kontrastreicheren Anzeige dazu geschalten wird. Wie das aussehen könnte, verriet bis heute Vormittag ein Video auf YouTube, das mittlerweile aber gelöscht wurde.

Kindle 3: Multimedia-Trend oder reines eLese-Erlebnis?
Mit Geheimnistuerei kennt sich auch Amazon aus. Nachdem die eReader- (hier vor allem Hanvon, die einen “besseren Kindle”, den N526, auf den Markt bringen) und die Tablet-Konkurrenz (Archos, JooJoo, iPad, WeTab) immer weiter wächst, muss der US-Marktführer mit dem Kindle 3 Entwicklungsrückstand aufholen. Bislang erklärte sich Amazon zu einem neuen eBook Reader aber nicht. So bleibt es bei Mutmaßungen, die zuletzt von der New York Times aufgefrischt wurden. Demnach plane Amazon den großen Angriff auf Apple, der Kindle 3 solle mit einem Touchscreen, einem Farbdisplay und weiteren multimedialen Funktionen aufgepeppt werden.

Steigt Amazon für den Kindle 3 auf die Mirasol-Technik um?

Anhand der aktuellen Stellenausschreibungen von Amazon erwartet New York Times Autor Nick Bilton im Bits Blog die Entwicklung des Kindle 3. Dabei verweist er einerseits auf die Anfang Februar vollzogene Übernahme des Touchscreen-Herstellers Touchco. Andererseits soll aus Unternehmenskreisen durchgedrungen sein, dass Amazon sich bereits mit Spiele-Entwicklern getroffen habe, um den Kindle 3 mit Games – und damit einem höheren Spaßfaktor – auszustatten.

Damit die aber wirklich Spaß machen, ist ein Farbdisplay aus meiner Sicht unumgänglich. Schon auf der CES hieß es, dass Amazon von PVI-eInk-Displays möglicherweise auf von Qualcomm produzierte und noch für das laufende Jahr angekündigte farbige Mirasol-Displays umsteigen könnte. Doch auch PVI hat noch für 2010 ein eInk-Farb-Display in Aussicht gestellt. So stehen die Chancen gut, dass der Kindle 3 vom reinen eBook Reader fürs Lesen zum multimedialen eReader wird.

Quellen: Reuters via Techradar.com, Liquivista via RealWire.com, New York Times via eReaders.nl

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