LG auf Sony’s Spuren: Farbe ist Trumpf
Was Sony Vice President Mike Abary ankündigte (zunächst auf eBook Reader zu setzen und vor allem an einem Farb-Display zu arbeiten), findet auch LG gut. Der koreanische Konzern ist bislang vor allem als eReader-Zulieferer (u.a. für Sony) in Erscheinung getreten – und mit einem ultraflexiblen und faltbaren eigenen Display-Prototypen. Nun erklärte M.B. Choi, Vizepräsident von LG-Display und verantwortlich für die ePaper-Entwicklung, dass LG im 4. Quartal 2010 einen eigenen eBook Reader auf den Markt bringen werde, dessen Trumpf das Display sein soll: Nicht weil es faltbar ist, sondern weil es Farbe anzeigen kann.
Davon will auch LG etwas abhaben – und plant einen minimal multimedialen eBook Reader, dessen Key Feature “Farbe” sein soll: “Mit einigen wenigen, dafür aber besonders ausgefeilten Multimedia-Funktionen werden eReader im Wettbewerb mit dem iPad bestehen können”, erklärte Choi und fügte hinzu, dass ein für das 4. Quartal 2010 geplanter LG-eBook Reader mit Farbdisplay das beweisen werde. Nähere Einzelheiten wie weitere technische Features, Preis oder Verfügbarkeit nannte LG auf dem Reuters Global Technology Kongress in Seoul nicht.
Der Trend zur Farbe II.: Liquavista mit Dual Mode Display
Noch ein farbiger eReader also. Nachdem die Panel-Produzenten PVI (eInk-Technik) und Qualcomm (Mirasol-Technik) ebenfalls farbige eReader-Displays ankündigten und auch die OLED-Technologie geeignet sein könnte, die Vorteile von strahlungsarmen Bildschirmen mit einem mehr an Funktionen zu verbinden, setzt Liquavista auf ein Dual Mode Display. Wie schon mit dem im Notion Ink Adam verbauten Dual Mode Display von PixelQi sollen damit die Vorteile eines LC- und eines ePaper-Displays verbunden werden.
Anzeige
Nur soviel dazu in der Pressemitteilung: “LiquavistaVivid kombiniert einen reflektierenden Anzeige-Modus mit einem transmassivem Anzeige-Modus.” Übersetzt heißt das, dass der Bildschirm “nicht-selbstleuchtend” ist (wie bei eInk-Readern und speziell aufs eLesen ausgelegten TFT-Readern), aber eine Hintergrundbeleuchtung zur farbigen und kontrastreicheren Anzeige dazu geschalten wird. Wie das aussehen könnte, verriet bis heute Vormittag ein Video auf YouTube, das mittlerweile aber gelöscht wurde.
Kindle 3: Multimedia-Trend oder reines eLese-Erlebnis?
Mit Geheimnistuerei kennt sich auch Amazon aus. Nachdem die eReader- (hier vor allem Hanvon, die einen “besseren Kindle”, den N526, auf den Markt bringen) und die Tablet-Konkurrenz (Archos, JooJoo, iPad, WeTab) immer weiter wächst, muss der US-Marktführer mit dem Kindle 3 Entwicklungsrückstand aufholen. Bislang erklärte sich Amazon zu einem neuen eBook Reader aber nicht. So bleibt es bei Mutmaßungen, die zuletzt von der New York Times aufgefrischt wurden. Demnach plane Amazon den großen Angriff auf Apple, der Kindle 3 solle mit einem Touchscreen, einem Farbdisplay und weiteren multimedialen Funktionen aufgepeppt werden.
Damit die aber wirklich Spaß machen, ist ein Farbdisplay aus meiner Sicht unumgänglich. Schon auf der CES hieß es, dass Amazon von PVI-eInk-Displays möglicherweise auf von Qualcomm produzierte und noch für das laufende Jahr angekündigte farbige Mirasol-Displays umsteigen könnte. Doch auch PVI hat noch für 2010 ein eInk-Farb-Display in Aussicht gestellt. So stehen die Chancen gut, dass der Kindle 3 vom reinen eBook Reader fürs Lesen zum multimedialen eReader wird.
Quellen: Reuters via Techradar.com, Liquivista via RealWire.com, New York Times via eReaders.nl




