eInk-Displays kommen ohne Hintergrundbeleuchtung aus und weitgehend spiegelungsfrei daher, auch wenn einige eReader-Hersteller, die Touchscreens anbieten, die Vorteile aufs Spiel setzen. So zum Beispiel Sony: Weil die Japaner auf das eInk-Display eine Touch-Folie aufziehen, wird das einfallende Licht gebrochen. Die Folge: Die Anzeige ist vor allem im grellen Licht schlecht.
Hanvon hingegen setzt auf eine andere Technik. Auch hier sind eInk-Panels verbaut, aber der Touchsensor liegt unter dem Panel, so dass bei der Anzeige von eBooks keine Spiegelungen auftreten. Bislang ist das aber nicht das größte Problem von PVI-eInk-Displays. Vielmehr stören die vor allem im Verhältnis zu Tablet-PCs wie dem iPad oder dem WePad langen Seiten-Ladezeiten von eBook Readern, so dass weder Animationen, noch Videos darstellbar sind.Das soll sich nun ändern: Die Bildwiederholungsrate wurde von PVI so weit beschleunigt, dass noch 2010 erste Displays ausgeliefert werden sollen, die animierte Bilder und einfache Videos darstellen können. Das dürfte vor allem auf den Zeitungsmarkt positive Auswirkungen haben: ePaper und eMagazine können mit Videos angereichert werden, so dass zwischen der gedruckten Papier-Variante und dem Online-Auftritt von Verlagen ein weiterer Nachrichtenverbreitungsweg via eReader erschlossen werden kann.
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Auch Sach- und Lehrbücher könnten so mit animiertem und erklärendem Inhalt angereichert werden, was schon jetzt von MacMillan für PC-Leser möglich ist. Auch die Werbeindustrie hofft auf neue Vermarktungswege, wie bei Online-Werbung könnten bald auch eBooks, eZeitungen und eMagazine sowie andere digitale Inhalte mit animierter Werbung daherkommen.
Sehen sie hier im Video, wie Animationen auf dem verbesserten eInk-Display aussehen:
Zudem arbeitet PVI an einer größeren Robustheit ihrer Displays und setzt dafür auf leicht biegbare Panels, die einem Faustschlag standhalten. Bislang sind eInk-Displays recht empfindlich, für eine lange Lebezeit sind Schutzhüllen empfehlenswert, die bei den meisten eReadern auch direkt mitgeliefert werden. Die stabilere Neuerung wird aber voraussichtlich noch bis 2011 auf sich warten lassen.
Vollständig biegbar und zusammenfaltbar wird die neue eInk-Display-Generation aber nicht sein. LG und Plastic Logic haben bereits besonders biegbare Display-Prototypen der Öffentlickeit gezeigt, seitdem hört man aber wenig Neues von den beiden Herstellern. Die Hoffnung war, dass Zeitungen und Magazine dank einer zusammenfaltbaren Display-Technik irgendwann gänzlich verschwinden und eBook Reader dann ähnlich einfach und platzsparend wie die gedruckte Variante überall eingepackt und mit hingenommen werden können.Diese Hoffnung habe sich nun weitgehend zerschlagen, unkt Lesen.net. Eine namentlich nicht genannte Quelle eines führenden asiatischen eReader-Herstellers habe im Hintergrundgespräch mit dem Branchenmedium erklärt, dass “in den nächsten drei bis fünf Jahren mit Sicherheit nicht” massentaugliche biegbare Displays bereit stehen werden. Das werden LG, Plastic Logic und auch Hewlett Packard, die einem Bericht der Technology Review an einem ultradünnen und farbigen Display arbeiten, nicht gerne hören.
Meiner Meinung nach ist diese Entwicklung aber vor allem für deutsche Kunden zweitrangig. Viel entscheidender ist die Frage, wann eBook Reader Displays farbig werden und inwieweit die Lücke zu Tablet-PCs durch die Anzeige von Animationen und Videos geschlossen werden kann.

Das farbige Mirasol-Display von Qualcomm soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden (Foto: Qualcomm)
Um Letzteres möglich zu machen, könnte Amazon auch auf einen der zahlreichen PVI-Konkurrenten setzen, die an der Mirasol- bzw. Oled-Technologie arbeiten, die digitale Inhalte in Farbe darstellen können.
Quellen: Red Ferret, Blog Kindle, Lesen.net, Heise Online




