Am heutigen Freitag startete der Verkauf des iPad in Deutschland. Im Schatten des Apple Tablets wollen auch eBook Reader von den neuen Mobilitätsansprüchen der Verbraucher profitieren. Nachdem der Sovos Farb-eReader + für 129,99€ bereits jetzt vorbestellbar ist, kommt der Pearl Farb-eReader für unter 100€ im Juni/Juli. Auch Sony entwickelt aktuell ein Farbdisplay, das auf der OLED-Technologie basiert. Nur der Acer LumiRead eReader kommt ohne Farbe, dafür aber mit Drahtlos-Konnektivität (WLAN/UMTS) und einem ISBN-Scanner daher.
Gleich mehrere neue Farb-eReader zu low-budget-Konditionen
Farb-eReader sind In, auch wenn sie einen entscheidenden Nachteil haben: Das hintergrundbeleuchtete LC-Display, auf dem kein so rechter Lesegenuss entstehen will. Das ist auch ein iPad-Problem. Dennoch versuchen sich immer mehr Hersteller an farbigen LCD-eLesegeräten, um auch Videos auf den eReader zu bringen. Neueste Versuchskaninchen sind der 5 Zoll Sovos eReader+ für 129,99€ (Hier gehts zum Vorbericht) und der ebenso große Pearl eReader, der wohl als erster eReader die magisch erscheinende 100€-Grenze unterbieten wird, wie Lesen.net berichtet.
Zuletzt hatte auch Pandigital einen farbigen eBook Reader angekündigt, der – wie der Name “Novel Color Multimedia eReader” schon sagt – mehr können wird als nur eBooks anzeigen. Das 7 Zoll Tablet ist mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet, so dass auch auf eBooks verschiedener Anbieter online zugegriffen werden kann. Pandigital – in den USA Marktführer bei digitalen Bilderrahmen und auch im Scanner-Geschäft vorne dabei – bringt ihren eReader zunächst für 199$ auf den heimischen Markt, zu einer internationale Verfügbarkeit hat die US-Firma bislang keine Angaben gemacht.
Noch mehr Alternativen: Der Acer LumiRead und das Sony OLED-Farb-Display
Nachdem Acer lange Zeit still gehalten hat, trauen sich die Taiwanesen nun mit einem eigenen Lesegerät an die Öffentlichkeit. In der Acer-Pressemitteilung ist von einer eBook-Kooperation für den deutschen Markt mit Libri.de, für den amerikanischen mit Barnes & Noble die Rede. Äußerlich ähnelt der LumiRead dem Kindle (mit Qwerty-Tastatur), bietet aber einige Features mehr: Mit WLAN oder UMTS kann der 6 Zoll große eBook Reader befüllt werden, mit dem vollständigen Webbrowser können Internetseiten on- und offline gelesen werden.
Alleinstellungsmerkmal des LumiRead ist die angedachte ISBN-Scan-Funktion: Wer unterwegs ein interessantes Buch findet und es kaufen will, dem soll durch den ISBN-Code-Scanner das Abtippen des Titels erspart bleiben und im besten Fall die günstigste digital verfügbare Version angezeigt werden. Damit würde der eBook Reader von der Bibliothek zum eBook-Shopping-Helfer, doch es bleibt abzuwarten, ob stationäre Buchhändler den Acer-ISBN-Scan zulassen oder sich aus Angst vor schwindenden Umsätzen querstellen.
Ohnehin hat Acer bislang weder ein Veröffentlichungsdatum noch einen Preis für den LumiRead genannt. Dennoch setzt die Ankündigung US-Marktführer Amazon und auch Sony, “first mover” auf dem hiesiegen Markt, unter Druck. Während Amazon momentan keinen Handlungsbedarf (auch in Bezug auf die iPad-Konkurrenz) sieht, schickt sich Sony immerhin an, ihre bisherigen eReader in weiteren Ländern, darunter Italien, China, Australien und das heimische Japan, auf den Markt zu bringen. Und der neueste Clou aus Japan: Sony hat die Entwicklung eines einrollbaren OLED-Farb-Displays (mehr über die OLED-Technologie) angekündigt, das auf der Branchenmesse SID (Society for Information Display) in Seattle offiziell präsentiert wurde.
Das farbige und ultraflexible OLED-Display von Sony ist nur 80 Mikrometer dick und lässt sich auf einem kleinen Stab mit einem Radius von 4 mm aufrollen. Es erreicht eine Auflösung von 432 x 240 Pixeln und kann 16,7 Millionen Farben darstellen. Bislang hat Sony nur das Display entwickelt, aber kein Produkt, in dem es eingesetzt wird. Doch das wird mit Sicherheit in Kürze folgen. eLeseratten dürfen gespannt sein, ob auch ein eBook Reader mit der augenfreundlichen, energiesparenden und farbigen OLED-Technologie kommt.
Quellen: Acer-Pressemitteilung via Golem, Infos zu Sony via IT-Times, Handelsblatt


