Gerade erst wurde das Kaufverhalten von deutschen Lesern von TNS Emnid unter die Lupe genommen, schon ist die nächste Studie zum Thema eReader-Markt veröffentlicht. Die Analysten des Branchendienstes DigiTimes Research erwarten, dass in den kommenden drei Jahren 28 Millionen eReader verkauft werden. Dafür sollen neben dem wachsenden chinesischen Markt – die Regierung fördert eLesen – auch die zahlreichen neuen eReader-Hersteller sorgen. Was die eReader-Neuheiten alles können…
Bislang bestimmen Amazon und Sony den eReader-Markt, auf dem US-Markt lässt sich der größte Umsatz machen – noch. Die Analysten aus Taiwan rechnen damit, dass China bis 2013 der zweitgrößte Markt für eReader werden wird, weil die chinesische Regierung bei ihrer Bildungsoffensive auf eLesegeräte und eBooks setzt und diese fördert.
Zudem enwtickeln immer mehr Elektronikhersteller, Start-Up-Unternehmen und auch Verlage eigene eReader. Im Mini-eReader-Segment dürfte wohl weiterhin der Sony Verkaufsschlager, die PRS 300 Pocket Edition, eines der empfehelnswertesten Produkte für Leseratten und Riesende bleiben, doch der chinesische Hersteller Hanvon bietet mit dem WISEreader N518 einen 5 Zoll-eReader, der weit mehr kann als nur eBooks anzeigen. Neben einer Diktierfunktion sind weitere Features wie eine Schreibfunktion inkl. Handschrifterkennung ein Alleinstellungsmerkmal des Hanvon Mini-WISEreaders im Vergleich zur Mini-eReader-Konkurrenz.
Auch im Profi-eReader-Bereich gibt es mehrere eReader-Neuheiten. Das iPad ist zwar kein eReader im eigentlich Sinn, aber natürlich sind auch auf dem Apple Tablet eBooks (über den Apple iBook Store und wohl mit Apps von anderen eBook-Anbietern, u.a. Amazon) lesbar. Auf ein vollkommen offenes Content-Sytem setzt das eigentlich auf die Software-Entwicklung spezialisierte Berliner Unternehmen Nefonie. Das WePad ist wie gemacht für Verlage (v.a. deutschsprachige), die ihre Zeitungen und Magazine dank des WePublishers als ePaper auf das Berliner Tablet zugeschnitten zur Verfügung stellen können.
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Dabei kann es gegen das iPad punkten, weil es mit Flash-Videos darstellen kann, multitasking-fähig ist, damit vor allem zum Surffen geeignet ist, und, anders als Apple, schon vor der Veröffentlichung (am 12. April wird der Verkaufsstart bekannt gegeben) mit Gruner+Jahr den ersten deutschen Content-Partner an Bord hat. Während der Verkaufsstart des WePad und des iPad (in den USA am 3. April, hierzulande Ende April) nicht mehr in weiter Ferne liegen, hat Plastic Logic lang angekündigte Einführung des Que in den USA erstmal verschoben.
Zwar ist die Vollproduktion des selbst entwickelten und biegbaren Que-Displays wie geplant in Dresden angelaufen, dennoch kann das amerikanisch-britische Unternehmen den geplanten US-Verkaufsstart Anfang April nicht einhalten. Auf den deutschen Markt soll der superdünne Que, mit dem neben eMail und Kalender auch der eigene Dateidschungel verwaltet und bearbeitet werden kann, ohnehin erst 2011 kommen.
Auch Asus mit dem Digital Reader 900, dessen auf der CeBit 2010 gezeigter Prototyp eine RSS-Feed-Funktion via Mini-Browser bietet und ebenfalls über kein eInk-Touch-Display von fast-Monopolist PVI, sondern von SiPix (ebenfalls schwarz-weiß, aber keine Spiegelungen) verfügt, soll erstmal nur in den USA auf den Markt kommen. Nach dem Verkaufsstart im dritten Quartal werde man sehen, ab wann der Profi-eReader auch hierzulande erhältlich sein wird, erklärte Asus auf der CeBit.
In Zukunft wird es wohl auch immer mehr White-Label-Lösungen geben. Eine Lieferung an einen Verlag, der dann den eReader beispielsweise mit einer eBook- oder ePaper-Flatrate anbietet, könne sich auch Asus vorstellen. Ähnlich hat es in der Vergangenheit Hanvon gemacht und ihre eReader-Entwicklungen unter anderem Namen, aber ohne Verlagskooperation, veröffentlichen lassen.
Ausreichend eReader-Neuheiten für den von DigiTimes Research vorhergesagten Verkaufsboom gibt es also schon jetzt – auch wenn Deutschland wie gewohnt etwas länger warten muss.
Quellen: Ebookreader-Vergleich.de, Channelpartner
