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Tablet: Wann kommt die Zeitung als ePaper direkt auf das iPad? Verlage und Apple uneins

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Wie werden digitale Inhalte auf das iPad kommen? (Foto: Apple)

Apple will ePaper auf sein iPad bringen, doch dazu braucht der Branchenkrösus Zeitungsverlage. Die wollen das Bezahlmodell von Apple aber nicht und beklagen zudem die schlechte Informationspolitik des PC-Giganten.

Dennoch wird sich Paid Content auf dem iPad wohl durchsetzen, auch wenn der eine oder andere digitale Inhalt kostenlos zur Verfügung stehen wird.

Amazon bietet für den Kindle und den Kindle DX bereits Zeitungen als ePaper zum drahtlosen Download an. Leider ist mit der Faz nur eine deutschsprachige Zeitung im Boot.

Seit Anfang Februar gibt es die Individuelle Zeitung, die momentan in einem Flash-Viewer online angezeigt werden kann oder als pdf-Datei zum Download bereit steht. Hier hat man ein größeres Angebot an deutschsprachigen Zeitungen, zusammengestellt als individuelles ePaper. Leider fehlen (noch) die größeren Titel.

Apple auf eigenen Pfaden

Nun will auch Apple in den ePaper-Markt einsteigen. Gestern berichteten wir bereits davon, dass Apple – ähnlich wie Amazon – wohl auf einen proprietären Kopierschutz (FairPlay-DRM) setzen wird, was die Auswahl an eBooks und die Datei-Kompatibilität des iPad einschränken würde.

Nun soll es auch an der Zeitungs- und Zeitschriftenverlags-Front Probleme geben, berichtet die Financial Times. Apple wolle die Einigung mit Buchverlagen (70% der eBook-Erlöse gehen an die Verlage, 30% an Apple) auf die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche ausdehnen. Diese seien damit aber keineswegs zufrieden und beklagen zudem die schlechte Kommunikation mit Apple in puncto Nutzerinformationen.

Doch nur durch eine enge Verbindung zum Leser sei eine gute Zeitung oder Zeitschrift zu realisieren, beklagt Sara Öhrvall vom schwedischen Verlagsmulti BonnierDerweil in der Financial Times. Die bisher in der Musikbranche angewandte Praxis von Apple, den Produzenten des Contents nur die nackten Verkaufszahlen mitzuteilen, sei zu wenig.

Paid Content kommt – aber wie?

Derweil verweist Meedia.de auf eine aktuelle Studie, die von dem Kölner Marktforschungsunternehmen YouGovPsychonomics im Auftrag des Mediendienstes Turi2.de durchgeführt wurde, und besagt, dass rund 30% der Internet-Nutzer für journalistische Inhalte auf dem iPad zahlen würden.

So steht der baldigen Einführung eines Apple iPad Paid Content Modells eigentlich nichts im Weg. Schließlich setzen zuletzt immer mehr Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen auf verschiedenste Paid-Content-Modelle (siehe unten).

Und wenn Apple die Verhandlungen nicht bald vorantreibt, könnten Verlage sich andere Wege zum digitalen Vertrieb ihrer Zeitung oder Zeitschrift überlegen. Der Conde Nast Verlag hat das bereits getan und eine beispielhafte Probe-Ausgabe der Zeitschrift “Wired” für die Darstellung auf Tablets produziert (hier im Video zu sehen).

Auf Apple-Produkten wie dem iPhone oder dem iPad ist diese Ausgabe nicht anzeigbar – weil Conde Nast sie mit der Firma Adobe, die die zur Anzeige benötigte Flash- und Air-Software stellt, zusammen entwickelt hat. Flash-Anwendungen sind auf dem iPad aber nicht anzeigbar.

Meiner Meinung nach ist Apple in puncto Content vorne dabei. Zunächst wird der ePaper-Markt, ebenso wie aktuell der eBook Markt, so vielfältig wie zerklüftet bleiben.

Amazon hat eine deutschsprachige Zeitung (Faz) im Kindle-Store-Boot, Apple wird auch ein paar Zeitungen und Zeitschriften an Land ziehen, andere setzen erstmal voll auf Apps (SZ), wieder andere bieten ihr ePaper schon jetzt als ePub (taz) zur Anzeige in eBook Readern an und einige setzen auf eine Kooperation mit der Individuellen Zeitung (Abendzeitung, Frankfurter Rundschau u.a.)

Sämtliche Vertriebswege setzen darauf, dass der User für journalistische Inhalte auch bezahlt. Weil der Inhalt dann aber auch auf sämtlichen Endgeräten anzeigbar sein sollte, wird wohl die Hardware im Vorteil sein, die möglichst kompatibel ist – und nicht nur auf dem eReader, sondern auch auf dem Tablet-Markt wächst das Angebot.

Quellen: Financial Times Print, Meedia.de, Turi2.de, Wired.com

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