
Das farbige Mirasol-Display in einem Qualcomm-eReader (Foto: Qualcomm)
Schon auf der CES hat sich der Trend zu farbigen eBook Readern gezeigt. Auf dem Mobile World Congress hat Qualcomm nun einen eBook Reader mit einem Mirasol-Farbdisplay gezeigt, auf dem Animationen flüssig dargestellt werden können.
Die Zukunft des digitalen Lesen kann kommen, die lahmen eInk-Zeiten sind wohl bald vorbei. Eine weitere Neuheit von Qualcomm: Mit eZone sollen mobile Endgeräte, wie Mobiltelefone oder eReader in Zukunft kabellos über die Luft aufladbar sein.
Bereits auf der CES 2010 wartete das eigentlich auf die Produktion von Mobilfunkchips spezialisierte Unternehmen Qualcomm mit einer eBook Reader Neuheit auf: Dank der Mirasol-Technik werden eBook Reader Displays farbig.
Im Rahmen des vergangene Woche in Barcelona stattfindenden Mobile World Congress legte Qualcomm nun nach und zeigte einen eReader-Prototypen mit farbigem Display. Der Marktstart der ersten Geräte wird noch für dieses Jahr erhofft. Die lahmen eInk-Zeiten dürften nach der Einführung der Qualcomm Mirasol-Technik bald der Vergangenheit angehören.
Zudem zeigte Qualcomm eine zweite Neuerung, der auch einen Nutzen für das digitale Lesen haben könnte: eZone, eine auf magnetischer Resonanz basierende Technologie zum drahtlosen Aufladen mobiler Geräte. Sind die Zeiten des Ladekabels bald vorbei?
Das Mirasol-Display: Wo liegen die Vorteile?
eInk sieht zwar aus wie digitales Papier und ist besonders stromsparend, weil nur beim Seitenwechsel zur Neuausrichtung der kleinen Teilchen im Display eine Spannung benötigt wird. Doch dafür dauert die Ladezeit für eine neue Seite meist recht lang. Bei der schwarz-weiß-Anzeige von Texten ist das kein Problem, weil nur wenige Sekunden verstreichen.
Für Animationen oder das Darstellen von Bilder-Streams und Programmen ist die eInk-Technologie damit ungeeignet. Das betrifft auch das erste eInk-Farb-Display, das auf dem Markt ist und im Fujitsu Siemens Flepia verbaut ist. Testberichten zufolge dauert die Ladezeit zu lange, so dass an Surfspaß im Internet oder die Video-Darstellung nicht zu denken ist – trotz der möglichen Darstellung von 260.000 verschiedenen Farben.
Auch beim Qualcomm Mirasol Display wird nur beim Seitenwechsel Strom benötigt. Es enthält lichtrefelektierende Partikel, die je nach Anzeige ausgerichtet werden. Auf eine ähnliche Wiese nehmen auch Schmetterlingsflügel verschiedene Farben an (Hier finden sie eine erklärende Skizze des Herstellers)
So sind auf einem Qualcomm Mirasol-Display flüssige Darstellungen beim Bildwechsel möglich, wodurch Animationen (z.B. beim Umblättern in virtuellen Magazinen) und auch Videos angezeigt werden können. (Sehen sie hier zwei Videos zur Entwicklung und Funktion des Qualcomm Mirasol-Display).
Strom ohne Kabel? Spannung liegt in der Luft
Und noch eine zweite Neuerung zeigte Qualcomm auf dem Mobile World Congress: die eZone Technologie. Bei dieser wird statt auf die Induktion, also das Anlegen einer Spannung, auf magnetische Resonanz zum Aufladen von Akkus gesetzt. Statt ein Kabel wird eine eZone Ladestation benötigt.
Laut Channelpartner.de wurde eine eZone-Ladestation von Qualcomm in einen Audi A8 verbaut, der auf dem Mobile World Congress als Prototyp eines 3G-vernetzen Fahrzeugs gezeigt worden ist. Bereits jetzt sei die Technologie in etwa so effizient wie das herkömmliche Laden über ein Kabel (etwa 2,5h für einen Handy-Akkus).
Ich denke, dass die Mirasol-Technik die erste schwarz-weiße eReader-Generation bald ablösen wird – wenn der Preis stimmt. Auch für die Verbreitung von ePaper-Zeitungen und -Magazinen könnte das einen großen Schritt bedeuten.
Im Vergleich zu dem Apple Tablet iPad sehe ich Vorteile der Mirasol-Technik. Die Akkulaufzeit dürfte wegen des nicht ständig beleuchteten Displays höher sein als beim iPad, und Videos (in Flash) kann das Apple Produkt auch nicht abspielen. Mal sehen, wie flüssig das bei dem ersten eReader mit Mirasol-Display gehen wird. Erst dann wird man sehen, ob das Qualcomm Mirasol-Display nur für eReader oder auch für Anwendungen auf Smartphones und Netbooks geeignet ist.
Quellen: Qualcomm.de, Channelpartner.de, Pressetext.de, Electronista.com
