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Apple Tablet iPad vs. eBook Reader Neuheiten: Wie lese ich in Zukunft eBooks und Zeitungen?

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Vorgestern war es endlich so weit. Apple hat in einer Mega-Show nach Jahren des vergebenen Wartens und der Entwicklung den ersten Apple Tablet mit dem Namen iPad vorgestellt. Das Mittelding zwischen einem MacBook und einem iPhone brilliert mit multimedialen Anwendungen und dem vollen Netzzugang (WLAN und/oder 3G). Angepreist hat ihn Steve Job als Multilösung zum eBook und Zeitung lesen, zum Surfen sowie als Video- und Fernsehgerät.

Zum Arbeiten sei er eigentlich nicht gemacht, verkündet Jobs, obwohl Apple eine Works-Lösung anbietet.

Doch scheinbar gibt es einige Nachteile, das berichten zumindest die zahlreichen journalistischen Kommentatoren im Netz (SZ, Spiegel Online, Chip, Die Zeit). Weder ist das iPad Tablet multitasking-fähig noch kann Flash dargestellt werden. Noch ein kleiner Wermutstropfen: Mit 750g ist er fast so schwer, der LCD-Bildschirm mit 9,7 Zoll zudem fast so groß wie der von Notebooks. Aber die können alles, was ein PC auch kann.

So stellt sich die Frage, ob zum Lesen von Zeitungen und eBooks, Surfen, zur Videoanzeige und zum Arbeiten nicht eher eReader Neuheiten wie der Kindle DX, der Plastic Logic proReader Que, das Onyx Boox 60 oder der Edge von Entourage geeignet sind.

Lesen sie hier einen Vergleich zwischen dem Apple iPad Tablet und den eBook Reader Neuheiten.

Kindle DX im Vergleich zum Apple iPad

Seit dem 19. Januar läuft die Auslieferung des Kindle DX auch nach Deutschland. Zudem kündigte Amazon zuletzt an, für den Kindle von nun an auch Apps zur Verfügung zu stellen. Mit dem 9,7 Zoll großen Display sind auch Zeitungen anzeigbar, Amazon kooperiert mit zahlreichen Verlagen weltweit und hat damit das größte ePaper-Angebot. Zudem verfügt der Kindle DX über eine WLAN- und 3G-UMTS-Schnittstelle (in Deutschland noch nicht einsetzbar).

Damit spielt der Kindle DX (fast) in der Liga des Apple iPad. Weil die Kindle eBook Reader Reihe aber nur über einen reaktionslahmen eInk-Bildschirm verfügt, werden Spiele- (außer simple Spiele wie Sudoku und Kreuzworträtsel) und Video-Apps nicht verfügbar sein. Dafür wid Amazon wohl die Stärken des Kindle herausarbeiten und vor allem auf textbasierte Apps setzen, wie Reise- und Restaurantführer oder Stadtpläne und ähnliches setzen.

Im Lauf des Jahres sollen auf der neuen Amazon-App-Plattform, in die auch freie Entwickler ihre Apps stellen können, die ersten Kindle-Programme verfügbar sein. Ende des Jahres wird Amazon zudem wohl den dritten Kindle auf den Markt, der dann mit einem reaktionsschnellen Mirasol-Display  ausgestattet sein dürfte. Dann wird der “Kindle App Store” eine richtige Alternative zu den Apple Apps werden.

Plastic Logic proReader Que im Vergleich zum Apple iPad

Der Plastic Logic proReader Que hat zwei Vorteile im Vergleich zum Apple iPad. Einerseits ist er ausgesprochen gut geeignet zum Arbeiten (lässt alle gängigen Works-Verarbeitungen zu, u.a. PowerPoint) zum anderen ist der Que leichter, dünner und biegbar (mit höherer Stabilität) als das iPad. Dafür hat auch der Plastic Logic proReader nur ein eInk-Display und kann keine Videos darstellen.

In puncto Schnittstellen sind der Que und das iPad gleichauf: Der Plastic Logic proReader verfügt in der günstigeren Variante (8,5 Zoll für 649$) über eine WLAN-Schnittstelle, in der größeren und teureren (11 Zoll für 799$) auch über eine 3G-UMTS-Schnittstelle.

Beim content setzt Plastic Logic nicht aufs unbegrenzte Surfen, Apps und Videos, sondern vor allem auf starke Verlagspartner. Nicht nur über einen eigenen Shop für eBooks sind so eZeitungen und eMagazine bequem downloadbar. Auf dem Que können auch Bilder und Grafiken dargestellt werden, so dass die ePaper-Darstellung der originalen gedruckten Zeitung entspricht. Das konnte der Kindle noch nicht (text-only-Anzeige), der Kindle DX hingegen schon.

Onyx Boox 60 im Vergleich zum Apple iPad

Das Onyx Boox 60 mit einem 6 Zoll eInk-Display ist kein wirklicher Tablet-Konkurrent, aber bietet dennoch weit mehr als ein herkömmlicher eBook Reader – und das zum minimalen Preis von 300€. Er ist über einen Stylus bedienbar, über WLAN beladbar und verfügt über einen Browser mit E-Mails-Client. Zudem bietet Onyx ein Entwickler-Kit an, ähnlich wie für Kindle-Apps.

Bald solle dann auch das Booy Power Pack kommen, wie Onyx ankündigt, eine umfangreichen Softwaresammlung, zu dem ein Internetradio-Player, ein Notizbuch, ein Adressbuch und ein wissenschaftlicher Taschenrechner gehören sollen. Nur Videos wird das Boox 60 mit eInk-Display nicht anzeigen können. Dafür ist das Onyx Boox 60 weitaus handlicher (weil kleiner) und leichter (<300g) als das iPad.

Der Entourage Edge und andere eBook Reader Neuheiten im Vergleich zum Apple iPad

Der Entourage Edge könnte sich aus meiner Sicht tatsächlich tatsächlich bald zum iPad-Killer entwickeln. Er bietet alles, was das Apple iPad auch kann, aber in einem anderen Format: Wie ein Buch zusammenklappbar. Das 9,7 Zoll große Dual-Book mit einem eInk und einem LCD-Touch-Farbdisplay. Damit können einerseits Videos wie auf einem Laptop angesehen, andererseits eBooks auf eInk augenschonend gelesen werden. Wie augenschonend das Tablet iPad ist, können erst Tests mit dem LCD-Display zeigen.

Das Entourgae Edge Dual Book kann Musik, Videos und Filme abspielen, ist über WLAN (später auch 3G-UMTS) und dank des Google Android Betriebsystems zum unbegrenzten Internetsurfen geeignet (inkl-Flash-Seiten-Darstellung) und verfügt wie das iPad über einen Anschluss für eine externe Tastatur (via Bluetooth). Anders als das iPad kann der interne Speicher über eine SD-Karte erweitert werden.

Trotz all der Features ist das Entourage Edge Dual-Book (490$) billiger als das Apple iPad (billigste Variante für 499$).

In einer ganz anderen Nische will LG sich einen Platz erkämpfen. Die Koreaner kündigten unlängst an, ein DinA3 großen eReader auf den Markt bringen zu wollen. Zu diesem Zweck haben sie ein biegbares nur 0,7mm dünnes Display entwickelt. Mal sehen, ob LG ihre Ankündigung wahr machen. Dann wäre der Vorteil des iPad, Zeitungen wie gedruckt darzustellen, dahin.

Der enorme Medien-Hype um das iPad, maßgeblich verursacht durch die geniale Strategie von Apple, ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt. Zwar kann das iPad viel, aber zur Perfektionieren fehlen ihm die letzten 10 bis 20 Prozent. So können User mit dem Apple Tablet nicht telefonieren, er ist nicht multitasking-fähig, hat nur ein LCD-Display (und eben kein Mirasol-Display oder OLED-Display, was wirklich zukunftsweisend wäre) und kann keine Flash-Sieten darstellen. So ist das Apple iPAd kein MacBook- oder iPhone-Ersatz.

Aber das sollte es laut Apple auch nicht sein, sondern eine Ergänzung zu den beiden Geräten. Ich glaube aber nicht, dass das reicht, um die Kunden zum Kauf zu animieren.

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